Eine Sondereinheit der französischen Polizei steht vor einer Autowaschanlage. | Bildquelle: AFP

Festnahme in Angers Anhänger der "Gelbwesten" trug Sprengsatz

Stand: 24.11.2018 04:46 Uhr

Er ist offenbar Anhänger der französischen Protestbewegung: Ein 45-Jähriger in gelber Weste wurde am Abend in Angers mit Sprengstoff festgenommen. Laut Behörden wollte er ein Treffen mit dem Präsidenten erzwingen.

Kurz vor einer neuen Großdemonstration der "Gelben Warnwesten" in Paris am Abend hat ein mit Sprengstoff ausgestatteter Anhänger der Protestbewegung im westfranzösischen Angers für Alarm gesorgt. Der 45-Jährige trug einen Sprengsatz bei sich und wollte damit erzwingen, dass Vertreter der Bewegung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfangen werden, wie Staatsanwalt Yves Gambert sagte. Nach stundenlangen Verhandlungen stellte sich der Mann jedoch am Abend den Sicherheitskräften.

Der polizeibekannte Verdächtige habe den Sprengsatz erstmals gegen 16.45 Uhr bei einer Autowaschanlage in Angers gezeigt, erklärten die Behörden des Départements Maine-et-Loire. Die umgehend verständigten Sicherheitskräfte evakuierten demnach die Anlage und sperrten die Umgebung ab. Die Sicherheitskräfte begannen daraufhin Verhandlungen mit dem 45-Jährigen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. Der Mann zeigte dabei eine Fallschirmjäger-Mütze und eine Frankreich-Fahne. Auch der Präfekt des Départements, Bernard Gonzalez, wurde in die Verhandlungen einbezogen.

Keine Attrappe

Gegen 22.30 Uhr stellte sich der Verdächtige schließlich unverletzt der Polizei und wurde vorläufig festgenommen. Es habe ein "reales Risiko, eine reale Gefahr" bestanden, sagte Gonzalez im Anschluss bei einer Pressekonferenz. Der Verdächtige habe Sprengstoff um den Hals getragen sowie eine Zündvorrichtung bei sich gehabt. Es habe sich um keine Attrappe gehandelt, betonte Gonzalez. 

Der 45-Jährige habe offensichtlich über Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff verfügt und sei "entschieden" aufgetreten. Für die "Gelben Warnwesten", die zuvor den Nachmittag mit dem Mann verbracht hatten, hätte die Situation "sehr gefährlich" werden können. Innenminister Christophe Castaner sprach auf Twitter von "nicht identifizierten Sprengstoffen" und "gebastelten Granaten".

Tausende in Paris zu Protesten ewartet

In Paris wird am Samstag eine Großdemonstration der Protestbewegung erwartet. Aktivisten haben in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, den Verkehr in der gesamten französischen Hauptstadt lahmzulegen. Im Zentrum der französischen Hauptstadt seien zahlreiche Sicherheitsbereiche eingerichtet worden, in denen keinen Proteste erlaubt seien, sagte Polizeichef Michel Delpuech.

Erwartet werden Tausende Demonstranten. Ihnen stehen nach Angaben des Senders France Info knapp 5000 Polizisten gegenüber. Seit Tagen gibt es Sicherheitsbedenken, weil die zersplitterte Bewegung der "Gelben Warnwesten" - benannt nach den Warnwesten im Auto - die Aktionen nicht ordentlich angemeldet hat.

Die Proteste richten sich vor allem gegen die hohen Kraftstoffpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel, an der Macron bisher festhält. Auch in anderen Orten haben die "Gelben Warnwesten" zu Straßenblockaden aufgerufen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. November 2018 um 09:00 Uhr.

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