Frau auf dem Sofa mit Hund | dpa

Großbritannien Wirbeltiere haben Gefühle - gesetzlich verankert

Stand: 09.05.2021 15:43 Uhr

Wirbeltiere können fühlen, sie empfinden Freude, Leid und Schmerzen. Das weiß man inzwischen. Großbritannien aber will das jetzt auch gesetzlich festschreiben. Damit sollen die Strafen für Tierquälerei härter werden.

Wirbeltiere haben Gefühle - das will Großbritannien gesetzlich verankern. Empfindungsvermögen gelte für Wirbeltiere, für "alle, die ein Rückenmark haben", sagte Umweltminister George Eustice der Zeitung "Sunday Telegraph". Das Gesetz soll an diesem Dienstag von Queen Elizabeth II. in ihrer traditionellen Regierungserklärung angekündigt werden. Darin wird betont, dass Tiere sich ihrer Gefühle und Emotionen bewusst sind und Freude und Vergnügen sowie Leiden und Schmerz empfinden können.

Tierquälerei, Jagdtrophäen, Export von lebenden Tieren

Die britische Regierung will das Land zum Vorreiter bei Tierrechten machen, das Gesetz gilt als Herzstück der Strategie. Die Strafen für Tierquälerei sollen von sechs Monaten auf maximal fünf Jahre Haft steigen. Weitere Gesetzentwürfe verbieten den Import von Jagdtrophäen, den Export von lebenden Tieren sowie die Haltung von Primaten als Haustiere.

Zur Tierwohlstrategie gehört zudem, dass die Regierung ein Verbot von Pelzimporten sowie das Tragen von Mikrochips bei Hauskatzen anpeilt. Auch die Tötung von Schweinen durch Vergasung mit Kohlendioxid soll beendet werden.

Johnson für Tierwohl in der Politik

Minister Eustice nannte das Vorhaben ein "wichtiges Signal an die Welt". Viele dieser Änderungen - wie das Exportverbot für lebende Tiere - seien erst durch den Austritt Großbritanniens aus der EU möglich geworden, behauptete er.

Boris Johnson sei der erste Premierminister, der Tierwohl in der Regierungspolitik verankere, sagte Eustice. Kritiker sind der Ansicht, dass Johnson sich vor allem wegen persönlicher Ansichten seiner Verlobten Carrie Symmonds für Tierrechte stark mache. Symmonds, ehemalige Sprecherin von Johnsons Konservativer Partei, sei genauso "leidenschaftlich" bei dem Thema wie Johnson oder er selbst, sagte Eustice dazu.

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KOMMENTARE

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Sausevind 10.05.2021 • 00:02 Uhr

22:30 von Sisyphos3

<< 21:40 von Nachfragerin "Wer Fleisch als beliebig verfügbares Industrieprodukt wahrnimmt, dem fehlt der Respekt vor dem Leben." . man sollte einfach akzeptieren dass unser Nahrung eben auch zum Teil aus Fleisch besteht >> ,.,., Warum sollte "man" das akzeptieren? Bloß weil Ihnen ein Tier Wurscht ist? xxx "Das heißt aber nicht dass man sich so verhält wie aktuell es muß ja wohl möglich sein, eine Tierhaltung mit Würde zu realisieren" ,.,., Einem Tier, das nur zum Fressen gehalten wird, hat man von vornherein die Würde genommen. Da hilft dann auch keine Alibiveranstaltung mehr: ich hab das Tier gut gehalten, und dann hab ich ihm den Kopf abgehackt.