Donald und Melania Trump in Shanksville | Bildquelle: AFP

USA erinnern an 9/11 Wenn der Wahlkampf unterbrochen ist

Stand: 11.09.2020 21:39 Uhr

Vor 19 Jahren erschütterten die Anschläge vom 11. September die USA. Am Jahrestag stehen traditionell die Opfer im Vordergrund - das gilt auch dann, wenn in wenigen Wochen Präsidentschaftswahlen sind.

US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden haben auf getrennten Veranstaltungen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht. Dabei schlugen weder der Präsident noch sein Herausforderer kämpferische Töne an.

Donald Trump flog für das Gedenken nach Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania. Dort hatten die Passagiere des Fluges 93 der United Airlines einen vierten Anschlag verhindert. Die entführte Maschine war nach Erkenntnissen der Ermittler unterwegs nach Washington. Doch die Passagiere widersetzten sich den Entführern und brachten die Maschine auf einem Feld in der ländlichen Gegend zum Absturz. Alle Passagiere an Bord starben.

Patriotisch, aber nicht kämpferisch

In seiner Rede zollte Trump den Angehörigen der Opfer Tribut: "Die Helden von Flug 93 sind eine immerwährende Erinnerung, dass Amerika sich immer erheben, aufrecht stehen und zurückschlagen wird - ungeachtet der Gefahr, ungeachtet der Bedrohung, ungeachtet der Widrigkeiten."

Trump nannte als Beispiele für das Vorgehen gegen Terroristen den Tod des Anführers der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), Abu Bakr Al-Bagdadi, sowie des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani. Dies zählt er auch oft unter seinen Errungenschaften in Wahlkampfreden auf. Allerdings war der Tonfall der Rede von Shanksville im Vergleich moderat.

Joe Biden am "Ground Zero"

Sein Herausforderer Joe Biden begleitete die New Yorker Trauerfeier an der Gedenkstätte "Ground Zero". Das Weiße Haus wurde dort durch Vizepräsident Mike Pence vertreten. Weder Pence noch Biden hielten bei der Veranstaltung eine Rede. Bei der Gedenkfeier stehen traditionell die Angehörigen der fast 3000 Todesopfer der Anschläge auf das World Trade Center im Vordergrund.

Bei der Zeremonie waren wegen der Coronavirus-Pandemie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert worden, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Zudem wurden die Namen der Opfer diesmal nicht von Familienangehörigen vorgelesen, sondern per Lautsprecher abgespielt.

Eine Gedenkstiftung hielt deswegen eine weitere Trauerfeier in der Nähe ab. Dabei lasen Angehörige - unter Einhaltung von Masken- und Hygieneregeln - die Namen vor.

Lichtstrahlen markierten die Zwillingstürme

Am 11. September 2001 hatten islamistische Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida vier Flugzeuge entführt. Zwei flogen sie in die Zwillingstürme des World Trade Centers und brachten sie zum Einsturz. Ein Flugzeug stürzte ins Pentagon und zerstörte den Westflügel. Ein vierter Anschlag wurde von den Passagieren der Maschine verhindert.

Zum Andenken markieren in den Nächten um das Datum herum in New York zwei blaue Lichtstrahlen die Standorte der beiden Türme des World Trade Centers. Auch die Spitze des Empire State Building und weitere Gebäude in New York werden blau beleuchtet. Am Samstag sollte das Museum zum Andenken an den 11. September nach sechsmonatiger coronabedingter Pause seine Türen wieder für Besucher öffnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2020 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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