Sanitäter bei Protesten im Gazastreifen | Bildquelle: AFP

Gazastreifen Drei Tote bei Protesten

Stand: 27.04.2018 19:49 Uhr

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten sind mindestens drei Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Nach Augenzeugenberichten bewarfen die Palästinenser die Soldaten mit Steinen.

Bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel sind drei palästinensische Demonstranten getötet worden. Zwei von ihnen seien östlich von Gaza von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. Ein dritter Mann sei östlich von Chan Junis im südlichen Teil des Küstengebiets getötet worden. Nach palästinensischen Angaben wurden mehr als 150 Demonstranten durch Schüsse oder Tränengas verletzt.

Im Gazastreifen versammeln sich seit dem 30. März jeden Freitag Tausende Demonstranten zu Protesten an der Grenze zu Israel. Dabei kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär.

Auch an diesem Freitag zündeten Dutzende Palästinenser Reifen an und warfen Steine auf israelische Soldaten. Hunderte von Menschen hätten im Norden des Gazastreifens versucht, auf israelisches Gebiet vorzudringen und den Grenzzaun zu verbrennen, teilte die israelische Armee mit.

Vorwürfe gegen israelische Armee

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel übermäßige Gewalt gegen protestierende Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen vor. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, warnte Israel, das Vorgehen könnte das humanitäre Völkerrecht verletzten. Sicherheitskräfte dürften nur im äußersten Notfall tödliche Gewalt anwenden, wenn sie selbst in Lebensgefahr seien oder das Risiko schwerer Verletzungen hoch sei.

Seit Ende März sind 45 Palästinenser bei Massenprotesten getötet worden, mehr als 5500 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums verletzt, darunter laut UN 1739 durch Schüsse der israelischen Sicherheitskräfte.

Die Proteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Anlass ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung, den die Palästinenser als Katastrophe ansehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2018 um 20:00 Uhr.

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