Ein palästinensischer Demonstrant benutzt eine Steinschleuder. | Bildquelle: dpa

Zusammenstöße an Gaza-Grenze Sieben Palästinenser getötet

Stand: 29.09.2018 03:19 Uhr

Bei neuen Protesten im Gazastreifen haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben sieben Palästinenser erschossen. Laut Gesundheitsministerium sind unter ihnen auch zwei Minderjährige.

Bei den verheerendsten Zusammenstößen der vergangenen Wochen sind im Gazastreifen an der Grenze zu Israel sieben Palästinenser durch Schüsse des israelischen Militärs ums Leben gekommen. Darunter seien auch ein 12-Jähriger und ein 14-Jähriger, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. 506 Menschen seien verletzt worden, 90 von ihnen hätten Schussverletzungen erlitten.

Brennende Reifen, fliegende Steine

Rund 20.000 Palästinenser hatten sich nach Aufrufen der radikalislamischen Hamas an fünf Orten entlang der Grenze des Gazastreifens zu Israel versammelt und gegen Israel demonstriert. Am Grenzzaun verbrannten die Protestierenden Reifen und nutzten den Schutz des schwarzen Rauchs, um Steine und Sprengstoff auf die israelischen Truppen zu werfen. Das Militär reagierte mit Tränengas und Gewehrfeuer.

Die Armee erklärte in einer Stellungnahme, als Reaktion habe die Luftwaffe zwei Angriffe auf Militärposten der Hamas im Gazastreifen geflogen. Bei den Zusammenstößen kam es demnach nicht zu israelischen Opfern.

Ein palästinensischer Demonstrant steht an der Grenze zu Israel auf einem Zaun. | Bildquelle: AFP
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Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze starben nach palästinensischen Angaben bislang 193 Menschen.

Fast 200 Tote seit März

Seit Ende März sind bei Protesten und Zusammenstößen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 193 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Hamas ruft zu "Nafir" auf

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben. Die Hamas hatte am Donnerstag zu einem generellen "Nafir" aufgerufen - was einer Kriegserklärung entspricht.

Anfang der Woche sagte ein Sprecher der Hamas, dass indirekte Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe zum Erliegen gekommen seien. Schuld daran seien Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas. Ägypten hat bisher bei den Gesprächen vermittelt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. September 2018 um 02:55 Uhr.

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