Gaswerk in der Region Groningen

Mehrkosten für Verbraucher Wie hoch fällt die Gasumlage aus?

Stand: 15.08.2022 03:58 Uhr

Heute geben die Gas-Netzbetreiber bekannt, auf wie hohe Mehrkosten sich die Verbraucher einstellen müssen. Bis zu 1000 Euro an Zusatzzahlungen sind möglich. Die Bundesregierung plant bereits Hilfen.

Das Unternehmen Trading Hub Europe (THE), ein Zusammenschluss der Gas-Netzbetreiber in Ratingen, gibt heute die Höhe der Gasumlage bekannt, die ab Oktober von Privathaushalten und Unternehmen gezahlt werden soll, die Gas verbrauchen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Größenordnung von 1,5 Cent bis fünf Cent genannt.

In der Spitze könnte das für einen vierköpfigen Haushalt 1000 Euro jährlich mehr bedeuten. Die Bundesregierung will bei der EU erreichen, dass nicht auch noch 19 Prozent Mehrwertsteuer darauf erhoben werden müssen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unterstützt den Vorstoß.

Umlage soll Unternehmen entlasten

Das Wirtschaftsministerium sieht die Umlage als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Dieser habe die ohnehin angespannte Lage auf den Energiemärkten drastisch verschärft. Russland habe seit Mitte Juni seine Gasimportmengen nach Deutschland in unberechenbarer Weise reduziert, damit eine künstliche Energieknappheit geschaffen und die Preise in die Höhe getrieben.

Dieser "externe Schock" treffe Deutschland, das bislang stark von günstigem Gas aus Russland abhängig war, besonders. Viele Gaslieferungen aus Russland, die bisher vertraglich zugesichert waren, fielen weg.

Die Gasumlage soll nun Unternehmen entlasten, die wegen der gedrosselten Lieferungen aus Russland anderswo für viel Geld Gas einkaufen müssen, um ihre Verträge zu erfüllen. Sie haben eine Lieferpflicht gegenüber ihren Kunden, vor allem gegenüber Stadtwerken. Ihre Mehrkosten dürfen sie aktuell nicht weiterreichen. Ab Oktober soll die Umlage 90 Prozent ihrer Mehrkosten ausgleichen. Damit sollen Firmenpleiten und letztlich Lieferausfälle verhindert werden.

 

Bundesregierung plant Entlastungspaket

Kanzler Olaf Scholz hatte am Freitag für eine Umlage am unteren Preisrand plädiert, aber darauf verwiesen, dass diese nach gesetzlichen Vorgaben berechnet werde. Die Bundesregierung hat bereits ein drittes Entlastungspaket angekündigt, das unter anderem Hilfen beim Wohngeld als auch bei der Einkommenssteuer vorsieht.

Laut Bundesnetzagentur lag der Gasverbrauch in Deutschland in den ersten sieben Monaten knapp 14 Prozent unter dem des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Hauptgründe dafür sind nach Angaben des BDEW die milde Witterung und das hohe Gaspreisniveau. Die Stromerzeugung aus Gas ist laut BDEW seit Mitte des Jahres 2021 rückläufig. Im ersten Halbjahr 2022 seien in Gaskraftwerken rund zwölf Prozent weniger Strom erzeugt worden als im Vorjahreszeitraum. Welchen Beitrag andere Verbrauchsgruppen zum geringeren Gasverbrauch leisteten, lasse sich derzeit noch nicht im Einzelnen sagen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 15. August 2022 um 05:38 Uhr.