Einsatzkräfte am teilweise eingestürzten Wohnhaus in Magnitogorsk, Russland | Bildquelle: REUTERS

Nach Explosion in Russland Zahl der Toten steigt auf 39

Stand: 06.03.2019 21:10 Uhr

Die Zahl der Toten nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnblocks in der russischen Industriestadt Magnitogorsk hat sich auf 39 erhöht. Die Suche wurde eingestellt, teilte das Katastrophenschutz mit.

Drei Tage nach der schweren Gasexplosion in der russischen Industriestadt Magnitogorsk sind die Leichen aller Vermissten aus dem eingestürzten Haus geborgen worden. Der für den Katastrophenschutz zuständige Vize-Minister Alexander Tschuprijan, sagte, es befänden sich nun keine Menschen mehr unter den Trümmern. "Die Arbeit ist abgeschlossen."

Rettungskräfte hatten am Abend noch eine tote Frau unter den Trümmern entdeckt, wie russische Medien unter Berufung auf den Zivilschutz berichteten. Damit stieg die Zahl der Toten bei dem Unglück im Ural auf 39. Drunter befinden sich nach Angaben der Behörden sechs Kinder.

Nachts etwa minus 20 Grad

Zuvor seien in der Nacht weitere Leichen aus den Trümmern des Wohnhauses geborgen worden, hatte die Nachrichtenagentur Tass berichtet. Es bestand kaum noch Hoffnung, Vermisste zu retten. Die Temperaturen in der Region liegen nachts bei etwa minus 20 Grad.

Insgesamt konnten zuvor sechs Menschen gerettet werden. Unter ihnen waren zwei Kinder. Ein zehn Monate altes Baby überlebte mit Erfrierungen, einer Kopfverletzung und mehreren Knochenbrüchen.

Menschen legen Blumen und Stofftiere an der Unglücksstelle in Magnitogorsk nieder. | Bildquelle: REUTERS
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Die Anteilnahme ist groß: Menschen legen im Gedenken an die Opfer Blumen und Stofftiere nieder.

Genaue Unglücksursache noch unklar

Am Montag war ein ganzer Aufgang des zehnstöckigen Wohnblocks aus Sowjetzeiten eingestürzt. Nach Medienberichten wurden mindestens 35 Wohnungen zerstört und zehn weitere beschädigt. Dutzende Menschen verloren ihr Zuhause.

Die Ermittler gehen von einer Gasexplosion aus. Spuren von Sprengstoff seien nicht gefunden worden. In Russland kommt es immer wieder zu Gasexplosionen, weil viele Gebäude in einem schlechtem Zustand sind und Sicherheitsregeln oft missachtet werden. Alexander Bastrykin vom Ermittlungskomitee sagte im Fernsehen, die Gasinstallationen in dem eingestürzten Wohnblock seien seit Monaten nicht mehr kontrolliert worden.

Die Industriestadt Magnitogorsk ist für ihre Stahlproduktion bekannt. Sie liegt am südlichen Ural, etwa 1400 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau, und hat rund 400.000 Einwohner.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Januar 2019 um 10:00 Uhr.

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