Aufräumarbeiten in Magnitogorsk | Bildquelle: AFP

Magnitogorsk in Russland Mehrere Tote nach Gasexplosion

Stand: 01.01.2019 10:40 Uhr

Die Suche nach Opfern der Gasexplosion im russischen Magnitogorsk gestaltet sich schwierig. Herunterhängende Trümmerteile gefährden die Einsatzkräfte. Sie konnten bisher acht Leichen bergen.

Bei einer Gasexplosion in einem Plattenbau aus der Sowjetzeit sind am Silvestermorgen in Russland mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Einsatzkräfte befürchten, dass zahlreiche Bewohner unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes in der Industriestadt Magnitogorsk im Ural verschüttet sein könnten. Nach Behördenangaben werden noch etwa 35 Menschen vermisst.

Die Explosion um 4.00 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) hatte einen ganzen Aufgang eines großen Wohnblocks wie ein Kartenhaus zusammenstürzen lassen. Im Wettlauf gegen die Zeit und die eisige Kälte gruben Helfer in den Trümmern nach Verschütteten. Zeitweise mussten sie diese Arbeit unterbrechen, da herab hängende Trümmerteile drohten, auf sie zu stürzen.

Zwölfstöckiger Plattenbau

In dem 1973 errichteten zwölfstöckigen Plattenbau wohnten 1100 Menschen. Der gesamte Block musste geräumt werden, weil er nach der Explosion als komplett einsturzgefährdet gilt. Viele Bewohner stehen nun bei eiskaltem Winterwetter ohne Wohnung da. Momentan herrscht bei minus 20 Grad Celsius strenger Frost in der Stadt. In einer nahe gelegenen Schule wurden Notquartiere errichtet.

Die Justiz leitete nach der Explosion strafrechtliche Ermittlungen ein. In Russland kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Viele Gebäude stammen noch aus der Sowjetzeit und sind in schlechtem Zustand, vielfach werden auch Sicherheitsregeln nicht eingehalten.

Präsident Putin am Unglücksort

Präsident Wladimir Putin traf in der Stadt ein, um mit Überlebenden und Helfern zu sprechen. Er unterbrach für den kurzfristig angesetzten Flug seine Neujahrstage in Sotschi am Schwarzen Meer.

Magnitogorsk ist eine große Industriestadt im Ural, etwa 1400 Kilometer östlich von Moskau. Sie beherbergt das größte Stahlwerk des Landes. Mitarbeiter beteiligten sich an dem Bergungseinsatz. Der Milliardär Viktor Raschnikow, der das Stahlwerk betreibt, rief zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. "Wir teilen den Schmerz", erklärte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2018 um 15:30 Uhr.

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