Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den Stufen des Chateau of Chantilly nahe Paris. | Bildquelle: AFP

Streitpunkte der G7 Ein Gipfel mit ungewissem Ausgang

Stand: 23.08.2019 09:34 Uhr

Außenpolitik, Sicherheit, Klimawandel: Die G7-Länder sind in zentralen Fragen so zerstritten wie nie. Am Wochenende treffen sich die Industriestaaten im französischen Badeort Biarritz. Können sie eine Pleite wie im Vorjahr abwenden?

Selten war der Ausgang eines G7-Gipfels so ungewiss wie diesmal im französischen Biarritz: Gastgeber Emmanuel Macron will mit aller Kraft einen Flop wie beim Treffen in Kanada im Vorjahr vermeiden.

Der französische Präsident sah sich deshalb vor dem Gipfel zu einer Warnung an die G7-Partner veranlasst: Angesichts neuer aufstrebender Mächte etwa in Asien könne sich der Westen keine Schwäche erlauben. Er müsse die "neue Weltordnung" aktiv mitgestalten, andernfalls könne sich Europa letztlich "in einer Vasallenrolle" wiederfinden

Themen mit Konfliktpotenzial

Wenn die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrieländer - Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, USA, Kanada und Japan - ab Samstag für drei Tage im Küstenort zusammenkommen, stehen Themen mit Konfliktpotenzial auf der Agenda. Beim Umgang mit dem Iran, dem Klimaschutz, der Frage der Besteuerung globaler Internetkonzerne und der Zusammenarbeit mit Russland vertreten die USA unter Präsident Donald Trump gänzlich andere Positionen als die europäischen G7-Partner. Die widerstrebenden Interessen schwächen die Gemeinschaft und stellen ihr weltpolitisches Gewicht in Frage.

Frankreich bereitet sich auf den G7-Gipfel vor
Morgenmagazin, 23.08.2019, Navina Lala, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Der US-Präsident plant beim G7-Gipfel diverse bilaterale Gespräche. Trump will sich mit Kanzlerin Angela Merkel sowie Gastgeber Macron und dem britischen Regierungschef Boris Johnson zusammensetzen, hieß es aus US-Regierungskreisen. Ein zentrales Thema des Gipfels dürfte der Brexit sein. Außerdem seien bilaterale Treffen vorgesehen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi, der als Gast an dem Gipfel teilnehmen wird.

Abschlusserklärung nicht sicher

In besonders schlechter Erinnerung dürfte Macron den gescheiterten G7-Gipfel 2018 in Kanada haben. Damals hatte Trump für einen Eklat gesorgt. Nach dem Treffen zog er per Twitter-Botschaft seine Zustimmung zu der gemeinsamen Abschlusserklärung zurück - und verband den Rückzieher mit wüsten Beschimpfungen von Gipfelgastgeber Justin Trudeau.

Trumps Alleingang hatte die Frage aufgeworfen, ob sich das Format der G7-Gipfel in einer Zeit nationalistischer Interessenpolitik à la Trump nicht längst schon überlebt hat. Macrons Antwort auf diese Frage lautet: die Erwartungen herunterschrauben und weitermachen. "Wir werden auf sehr informelle Weise über die großen Themen sprechen - Sicherheit, Handel und die Weltwirtschaft. Wir werden sehen, ob es dann genug Stoff für Abschlusserklärungen gibt", sagte er im Vorfeld.     

In Biarritz steht ein Gipfel der Ungewissheit bevor. Selbst die an der Vorbereitung beteiligten Diplomaten können nicht sagen, welche Ergebnisse zu erwarten sind. "Es ist das erste Mal, dass wir ohne den Entwurf für eine Abschlusserklärung in einen solchen Gipfel gehen", sagte ein hochrangiger EU-Diplomat. 

G7-Gipfel: Angela Merkel - Urgestein unter Alphatieren
Anja Günther, ARD Berlin
23.08.2019 08:06 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 23. August 2019 um 06:40 Uhr.

Darstellung: