Pressekonferenz von Pompeo nach der G7-Außenministerkonferenz | Bildquelle: dpa

Kampf gegen Pandemie G7 ohne einheitliche Corona-Linie

Stand: 25.03.2020 20:29 Uhr

Die G7-Außenminister haben sich nicht auf gemeinsame Leitlinien im Kampf gegen das Coronavirus einigen können. Hauptgrund sind die Vorwürfe der USA in Richtung China, Stichwort: "Wuhan-Virus".

Eine gemeinsame Erklärung der G7-Außenminister zum Kampf gegen das Coronavirus ist gescheitert. Der Hauptgrund: Die USA bestanden schon in den Vorgesprächen der Konferenz darauf, in einer möglichen Abschlusserklärung die chinesische Herkunft des Virus zu betonen.

Eigentlich sollten sich die Außenminister der sieben führenden westlichen Industriestaaten in Pittsburgh treffen, doch wegen des Coronavirus wurde der Gipfel per Videokonferenz abgehalten.

Pompeo spricht vom "Wuhan-Virus"

US-Außenminister Mike Pompeo warf China vor, Informationen zu dem Virus zurückgehalten und bewusst Falschinformationen zu den Ursprüngen der Pandemie verbreitet zu haben. "Sie waren das erste Land, das von den Risiken dieses Virus für die Welt wusste, und sie haben die Weitergabe dieser Informationen wiederholt verzögert", beklagte Pompeo.

Die Kommunistische Partei Chinas habe Wissenschaftler und Experten aus den USA, die sich vor Ort ein Bild hätten machen wollen, nicht zugelassen. Außerdem hätten hochrangige Vertreter der Partei "verrücktes Gerede" darüber verbreitet, ob die USA das Virus nach China gebracht hätten. Pompeo sagte, die G7-Vertreter seien sich bei ihren Beratungen alle dieser "Desinformationskampagne" der Chinesen bewusst gewesen.

Der US-Chefdiplomat sprach wiederholt vom "Wuhan-Virus" und betonte, die Pandemie habe in der chinesischen Stadt Wuhan begonnen. Der Begriff "Wuhan-Virus" tauchte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auch in dem Entwurf der USA für eine G7-Erklärung auf, der schon in den Vorgesprächen auf den Widerstand der anderen Mitglieder stieß. Die Gruppe einigte sich schließlich darauf, ganz auf eine gemeinsame Erklärung zu verzichten.

Maas fordert Krisen-Frühwarnsystem

Pompeo bezeichnete die Beratungen mit seinen Amtskollegen aber als erfolgreich und sagte, er sei sicher, dass alle beteiligten Minister ein gemeinsames Verständnis von den Gesprächen hätten. Der Gruppe der führenden Industrienationen gehören neben Deutschland und Großbritannien auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA an.

Der italienische Außenminister Luigi di Maio während der G7-Videokonferenz | Bildquelle: ALESSANDRO DI MEO/EPA-EFE/Shutte
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Der italienische Außenminister Luigi di Maio

Die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens legten ein gemeinsames Papier vor, auf dessen Basis nun weiter über ein gemeinsames Vorgehen beraten werden soll. Zentral seien eine "internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Bereitstellung von Medikamenten und Impfstoffen", aber auch die Unterstützung der "am schlechtesten gewappneten Länder der Welt", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas nach der Videoschalte.

Gerade die wirtschaftlich stärksten Staaten müssten "solidarisch und verantwortungsvoll handeln". Maas sprach sich für ein "Frühwarnsystem" für krisenhafte Entwicklungen weltweit als Folge der Pandemie aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. März 2020 um 09:00 Uhr.

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