Videoleinwand mit Teilnehmern des G20-Gipfels. | AFP

Virtueller G20-Gipfel Nach Corona die Umwelt

Stand: 22.11.2020 02:26 Uhr

War an Tag eins des virtuellen G20-Gipfels die Corona-Pandemie und deren Bekämpfung das bestimmende Thema, reden die Staats- und Regierungschefs heute über weitere globale Herausforderungen - wie eine nachhaltigere Wirtschaft.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Der zweite Tag des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs soll im Zeichen einer nachhaltigeren Wirtschaft stehen. Das erklärte gestern König Salman von Saudi-Arabien, als er mit einer Rede das Treffen der Mächtigen dieser Welt eröffnete: "Wir müssen die Voraussetzungen für eine nachhaltigere Wirtschaft schaffen. Aus diesem Grund haben wir die zirkuläre Kohlenstoffwirtschaft als Kurs in Richtung unserer Klimaziele und zur Gewährleistung sauberer, nachhaltiger und erschwinglicher Energiesysteme eingeschlagen."

Björn Blaschke ARD-Studio Kairo

Es geht um Wiederverwertung und Verringerung des Einsatzes von Ressourcen, weniger Abfall, Kohlenstoffemissionen und Energieverschwendung. König Salman verlangte, dass die G20 beispielhaft sind: "Wir müssen die internationale Gemeinschaft beim Erhalt und beim Schutz unserer Umwelt führen. In diesem Zusammenhang treten wir für den Kampf gegen Landnahme ein, für den Erhalt von Korallenriffen und für den Erhalt biologischer Vielfalt, um ein starkes Signal für unser Engagement zum Schutz unseres Planeten zu senden."

Bekämpfung der Corona-Pandemie als zentrales Thema

Gestern drehte sich der G20-Gipfel ganz um die Corona-Pandemie: Die Teilnehmer - von Kanzlerin Angela Merkel über Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bis hin zu Noch-US-Präsident Donald Trump - redeten über globale Herausforderungen in Zeiten von Covid-19.

Zentrale Fragen dabei: Wie kann das Weltwirtschaftswachstum, das durch die Pandemie einbrach, wiederhergestellt werden? Und: Wie wird - nach einer Zulassung von Corona-Impfstoffen - die Verteilung aussehen? In einer so genannten Nebenveranstaltung gaben alle G20-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer aufgezeichnete Stellungnahmen dazu ab.

Merkel thematisiert internationale Impfstoff-Initiative

So auch Kanzlerin Merkel. Sie warb für eine weltweite Unterstützung der internationalen Impfstoff-Initiative Covax: "Diese einzigartige globale Plattform dient der Produktion und der Verteilung von Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen. Ziel ist, bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen." Corona - eine globale Herausforderung - so Merkel: "Wenn wir weltweit zusammenstehen, können wir das Virus und seine Folgen beherrschen und überwinden. Dafür lohnt sich auch mehr Anstrengung."

Das war ganz im Sinne von König Salman:

Im Lichte des Fortschrittes, den wir gerade bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus sehen, gehen unsere höchsten Prioritäten dahin, die Bereitstellung der Impfstoffe, die Medikamente, die Diagnose-Geräte für alle gerecht und erschwinglich zu gestalten. Diese Pandemie ist eine Prüfung für unsere internationalen Gesundheitssysteme.

Kritik an Saudi-Arabien wegen inhaftierter Frauenrechtlerinnen

Auch ein wichtiges Thema: Schulden der armen Staaten. Im Mai wurde bereits ein Aufschub für Zins- und Tilgungszahlungen bis Jahresende vereinbart. Dieser Aufschub soll nun noch einmal verlängert werden - bis mindestens Mitte kommenden Jahres. Das allerdings wird wohl erst heute bekannt gemacht; in der Abschlusserklärung am Nachmittag.

Darin einfließen wird eines sicherlich nicht: Die Kritik internationaler Menschenrechtsorganisationen an Saudi-Arabien. So rief Amnesty International die Staats- und Regierungschefs dazu auf, von Gastgeber Saudi-Arabien die Einhaltung der Menschenrechte einzufordern. Amnesty appellierte an das saudische Königshaus, sofort mehrere inhaftierte Frauenrechtlerinnen freizulassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. November 2020 um 12:00 Uhr.