Säcke, gefüllt mit radioaktiver Erde, stehen auf einem Gelände in der Stadt Tomioka in der Präfektur Fukushima. | Bildquelle: AP

Nach Atomkatastrophe in Japan Abrisskosten für Fukushima steigen massiv

Stand: 25.10.2016 14:13 Uhr

Die Folgekosten der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 werden sich in den nächsten Jahren vervielfachen. Die japanische Regierung rechnet inzwischen mit Abrisskosten von mehreren Milliarden Euro jährlich. Und ein großer Posten ist noch gar nicht eingerechnet.

Die Stilllegung der japanischen Atomruine Fukushima wird noch viel teurer als bislang angenommen. Die Abrisskosten für den zerstörten Meiler werden voraussichtlich auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr steigen, wie Japans Industrieministerium mitteilte. Derzeit werden rund 700 Millionen Euro jährlich aufgewendet.

Rauch steigt aus dem Atomkraftwerk Fukushima 1 auf
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Samstag, 12. 03. 2011: Eine schwere Explosion im Reaktor 1 von Fukushima I zerstört Dach und Mauern des Reaktorgebäudes, Radioaktivität tritt aus. Die Behörden schließen nicht aus, dass eine Kernschmelze im Gang ist.

Die Zahlen hatte Industrieminister Hiroshige Seko für eine Kommission aufbereitet, die einen Finanzplan für den Fukushima-Betreiber Tepco aufstellen soll. Tepco steht seit der Katastrophe im Jahr 2011 unter staatlicher Kontrolle. Nicht eingerechnet sind demnach Kosten, die für die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe anfallen werden. Damit soll 2018 oder 2019 begonnen werden.

Abriss dauert 40 Jahre

Um die Kosten zu tragen, erwägt die Regierung sowohl eine Zerschlagung und Verkauf von Tepco-Teilen als auch einen Zusammenschluss mit anderen der insgesamt zehn AKW-Betreiber in Japan. Es gilt allerdings als sicher, dass diese sich wehren werden.

Infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis im März 2011 waren drei der sechs Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima zerstört worden. Es kam zu Kernschmelzen. Der Betreiber Tepco kämpft weiterhin damit, den Abfluss von radioaktiv verseuchtem Wasser aus dem Komplex zu verhindern.

Der Abriss wird schätzungsweise etwa 40 Jahre dauern. Das Unternehmen selbst sagt, es könne keine Angaben zu den Gesamtkosten für Abriss und Entsorgung machen. Die Kernschmelze der Reaktoren hatte Wasser, Äcker, Wohngebiete und die Luft verseucht. Mehr als 160.000 Menschen mussten die Region verlassen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Oktober 2016 um 15:25 Uhr

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