Migranten und Flüchtlinge versammeln sich auf einem Feld an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei, um nach Griechenland zu gelangen.  | Bildquelle: dpa

Frontex-Statistik Wieder mehr unerlaubte Einreisen in die EU

Stand: 14.06.2020 05:31 Uhr

Nach dem coronabedingten Rückgang im April ist die Zahl der Flüchtlinge in Richtung EU wieder stark angestiegen. Im Mai gab es auf den Hauptmigrationsrouten in Europa fast dreimal so viele unerlaubte Grenzübertritte wie im Vormonat.

Die Zahl der Flüchtlinge auf dem Weg Richtung Europa steigt wieder an: Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, verzeichnete die EU-Grenzschutzagentur Frontex im Mai auf den Hauptmigrationsrouten in Europa fast 4300 unerlaubte Grenzübertritte - und damit fast drei Mal so viele wie im Vormonat.

Die "aktivste" Fluchtroute war laut dem Bericht auch im Mai das östliche Mittelmeer über die Türkei und Griechenland. Hier stellte Frontex im Mai 1250 irreguläre Grenzübertritte fest, achtmal so viele wie im April. Von Januar bis Mai wurden 12.700 Fälle verzeichnet, 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Afghanistan.

Anstieg auf allen Fluchtrouten

Auf der Strecke über das zentrale Mittelmeer - also von Libyen und Tunesien nach Italien und Malta - gab es rund 1000 unerlaubte Grenzübertritte, ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber April, wie es weiter hieß. Von Januar bis Mai erfasste Frontex 5500 Fälle, fast dreimal so viele wie in der gleichen Periode 2019. Die Migranten stammten vor allem aus Bangladesch, dem Sudan und der Elfenbeinküste.

Über das westliche Mittelmeer - also von Marokko nach Spanien - kamen im Mai dem Bericht zufolge mehr als 650 Flüchtlinge. Das waren fast viermal so viele wie im April. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden 3700 Migranten registriert, weniger als die Hälfte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fast jeder zweite Flüchtling war Algerier.

Corona-Krise sorgte für deutlichen Rückgang

Auf der Westbalkanroute wurden im Mai mehr als 900 illegale Grenzübertritte verzeichnet, zehnmal mehr als im April. Von Januar bis Mai gab es mehr als 6900 Fälle, ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Anstieg folgt auf einen deutlichen Rückgang bei den Flüchtlingszahlen während der Corona-Krise. Im April war die Zahl der unerlaubten Grenzübertritte auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt gab es laut dem Mai-Bericht von Frontex in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 31.600 unerlaubte Grenzübertritte - sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

Darstellung: