Friedensnobelpreis

Friedensnobelpreis für die EU Wer nimmt eigentlich die Medaille entgegen?

Stand: 12.10.2012 18:48 Uhr

Am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, wird in Oslo der Friedensnobelpreis an die Europäische Union verliehen. Das gab das Nobelkomitee in der norwegischen Hauptstadt Oslo bekannt. Nur, wer nimmt die Medaille entgegen und vertritt die Staatengemeinschaft - die EU-Kommission, das Europaparlament, die Versammlung der Nationalstaaten oder Vertreter der 500 Millionen Bürger?

Der Präsident des Rates der Europäischen Union, Herman Van Rompuy, wollte sich nicht vordrängen: "Das werden wir später sagen. Lassen Sie uns zunächst alle diesen sehr, sehr glücklichen Tag genießen", sagte er in Helsinki.

"Warum nicht 27 Kinder nach Oslo senden"

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sprach sich für eine Übergabe an EU-Kommisionspräsident Jose Manuel Barroso aus, dieser sei derjenige, der so wie er selbst für die Gemeinschaft stehe.

Van Rompuy repräsentiert die Regierungen der Nationalstaaten, das Parlament die Bürger der Nationalstaaten - beide sind Gesetzgeber der Gemeinschaft - und Barroso vertritt die Exekutive.

Die schwedische EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström will am liebsten Vertretern der Bürger in allen 27 EU-Ländern den Vortritt lassen: "Warum nicht 27 Kinder nach Oslo senden, um den Friedensnobelpreis zu empfangen?", schrieb sie im Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Sprecher der Kommission meinte unterdessen, man habe dem Nobelpreiskomitee vorgeschlagen, die Auszeichnung an Barroso und Van Rompuy zusammen zu überreichen.

Europäische Union mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet
tagesthemen 21:45 Uhr, 12.10.2012, Marion von Haaren, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Was passiert mit den 930.000 Euro?

Ähnlich ungewiss ist eine andere Frage: Was soll mit dem Preisgeld von rund 930.000 Euro geschehen? "Das muss zu diesem Zeitpunkt noch diskutiert und entschieden werden", sagte eine Sprecherin Barrosos. Man werde das Preisgeld aber voraussichtlich an eine Wohltätigkeitsorganisation geben.

Zur Begründung der Preisvergabe hatte das Nobelkomitee zuvor erklärt, die Staatengemeinschaft habe dazu beigetragen, über sechs Jahrzehnte Frieden, Demokratie, Menschenrechte und die Versöhnung in Europa zu stärken. Auch wenn die EU derzeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialen Unruhen zu kämpfen habe, solle der Blick auf den wichtigsten Erfolg der Union gerichtet werden: Den erfolgreichen Kampf für den Frieden und die Demokratie. Komiteechef Thorbjörn Jagland führte aus, die Gemeinschaft stehe für "Brüderlichkeit zwischen den Nationen". Die diesjährige Entscheidung sei einstimmig von allen fünf Mitgliedern des Komitees getragen worden.

"Heute ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar"

Explizit wurde die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg als herausragendes Ergebnis der europäischen Integration hervorgehoben. Beide Staaten seien in drei Kriege gegeneinander verwickelt gewesen, hieß es. Heute sei Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar. Das "grauenvolle Leiden" des Zweiten Weltkrieges habe gezeigt, dass ein neues Europa benötigt werde.

Im Vorfeld waren auch die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und deren Mitbegründerin Swetlana Gannuschkina (70) sowie die Radiosender Echo Moskau als mögliche Preisträger gehandelt worden. Auch "Dauerkandidat" Helmut Kohl stand wieder auf der Liste mit diesmal 231 Vorschlägen.

1/7

Friedensnobelpreis für die EU: Viele Gratulanten, aber auch Kritik

José Manuel Barroso

Friedensnobelpreis für die Europäische Union - in Brüssel wurde diese Nachricht mit großer Freude aufgenommen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte, der Preis sei "die berechtigte Anerkennung für ein einzigartiges Projekt, das seinen Bürgern und der Welt gut tut. Wir sollten nicht vergessen, dass die Europäische Union in ihren Anfängen Nationen zusammengebracht hat. Selbst in diesen schwierigen Zeiten bleibt die EU eine Inspiration für Länder und Völker in der ganzen Welt."

Auch "Pussy Riot" wurden gehandelt

Gehandelt wurde auch die russische Punkband "Pussy Riot", was allerdings sehr unwahrscheinlich gewesen sein dürfte, da deren umstrittener Auftritt in einer Moskauer Kathedrale, der die Gruppe weltweit bekannt gemacht hat, nach Ende der Nominierungsfrist stattfand.

Im vergangenen Jahr wurde die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen zusammen mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee, ebenfalls aus Liberia, ausgezeichnet.

Ein Preis für Europa
ARD-Sondersendung, 13.10.2012, Christian Feld und Markus Preiß, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

1901 ging es mit dem Gründer des Roten Kreuzes los

Den ersten Friedenspreis erhielten 1901 der Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, und der Gründer der französischen Friedensgesellschaft, Frédéric Passy. Zu den deutschsprachigen Preisträgern gehörten Gustav Stresemann, Carl von Ossietzky und Willy Brandt.

Darstellung: