Abiy Ahmed | Bildquelle: dpa

Abiy Ahmed ausgezeichnet Friedensnobelpreis für Äthiopiens Premier

Stand: 11.10.2019 14:35 Uhr

Seit seinem Amtsantritt hat Äthiopiens Premier die Friedensbemühungen mit Eritrea rasant vorangetrieben. Dafür wurde Abiy Ahmed nun mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er sprach von einem Preis für Afrika.

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Er wird für seinen Einsatz für Frieden und internationale Zusammenarbeit und vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem äthiopischen Nachbarland Eritrea ausgezeichnet. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.

Äthiopien feiert Vergabe

Erreicht habe man Abiy Ahmed vor der Bekanntgabe der Auszeichnung nicht, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, während der Verkündung des Preisträgers in Oslo. "Wenn er mir jetzt zuschaut, möchte ich ihm meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln", sagte sie.

"Das ist ein Preis, der Afrika verliehen wird, der Äthiopien verliehen wird", sagte der 43-Jährige später in einem Telefonat mit dem Sekretär des norwegischen Nobelkomitees. Er sei sehr froh über die Ehrung, sagte Abiy Ahmed. Die Auszeichnung sei ein "zeitloser Zeuge" für Werte wie Einheit, Zusammenarbeit und Koexistenz, für die Abiy konsequent einstehe, gab das Büro des Ministerpräsidenten bekannt.

Abiy Ahmed | Bildquelle: dpa
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Abiy Ahmed am 16. September 2018 bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags mit Eritrea.

Frieden mit dem einstigen Erzfeind

Seit seinem Amtsantritt am 2. April 2018 hat Abiy Ahmed Frieden mit dem einstigen Erzfeind Eritrea geschlossen, Tausende politische Gefangene freigelassen und verbotene Parteien wieder erlaubt.

Mit über 100 Millionen Einwohnern ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Das Land legte in jüngster Zeit ein rasantes Wirtschaftswachstum hin. Dennoch zählt es nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Welt.

Glückwünsche des Außenministers

Die Auszeichnung des afrikanischen Politikers wurde international begrüßt. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte auf Twitter, Abiy habe Äthiopien und Eritrea zu einer historischen Annäherung verholfen und ein wunderbares Beispiel für Afrika und darüber hinaus gegeben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Heiko Maas gratulierten und sicherten Abiys Reformkurs die weitere Unterstützung Deutschlands zu. "Ihr Mut und Ihre Weitsicht sind Beispiel und Vorbild weit über Afrika hinaus", twitterte Maas. Auch Menschenrechtler lobten die hohe Ehrung für Abiy.

301 Nominierte

Die Jury hatte in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Da die Namen der Kandidaten 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten werden, ließ sich über den Preisträger vorab nur spekulieren. Auch der Name Greta Thunberg fiel immer wieder.

Im vergangenen Jahr erhielten der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad die Auszeichnung für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe. Die diesjährige Vergabe ist die 100. in der Geschichte des Friedensnobelpreises. Seit der ersten Auszeichnung 1901 gab es in 19 Jahren, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten, keinen Preisträger.

Reaktionen aus Äthiopien auf Friedensnobelpreis für Abiy Ahmed
Antje Diekhans, ARD Nairobi
11.10.2019 15:34 Uhr

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Friedensnobelpreis 1901 bis 2019 - eine Auswahl der Preisträger

Abiy Ahmed

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed ist der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2019. Seit seinem Amtsantritt am 2. April 2018 hat er Frieden mit dem einstigen Erzfeind Eritrea geschlossen, Tausende politische Gefangene freigelassen und verbotene Parteien wieder erlaubt. | Bildquelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2019 um 15:00 Uhr.

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