Die Träger des  Friedensnobelpreis Mukwege und Murad | Bildquelle: dpa

Friedensnobelpreis Kampf gegen sexuelle Gewalt gewürdigt

Stand: 10.12.2018 14:58 Uhr

Die jesidische Aktivistin Murad und der kongolesische Arzt Mukwege haben den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Sie wurden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen ausgezeichnet.

Die Jesidin Nadia Murad und der kongolesische Arzt Denis Mukwege sind mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Die beiden nahmen im Rahmen einer Zeremonie im Osloer Rathaus ihre Medaille und ein Diplom entgegen. "Wir ehren heute zwei der stärksten Stimmen der Welt", sagte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen. 

"Denis Mukwege und Nadia Murad haben einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung dieser Art von Kriegsverbrechen geleistet, indem sie die Aufmerksamkeit auf die Leiden der Frauen im Irak, der Demokratischen Republik Kongo und überall sonst auf der Welt gelenkt haben, wo sexuelle Gewalt als Waffe eingesetzt wird", sagte Reiss-Andersen. Beide verdienten voll und ganz Alfred Nobels Friedenspreis.

Nadia Murad und Denis Mukwege - die Friedensnobelpreisträger des Jahres 2018 | Bildquelle: REUTERS
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Nadia Murad und Denis Mukwege - die Friedensnobelpreisträger des Jahres 2018

Strafe für sexuelle Gewalt im Krieg gefordert

Nur wenn sich die Welt dieser Kriegsverbrechen bewusst sei, könnten sie bekämpft werden, sagte Reiss-Andersen. Diese Verbrechen dürften nicht länger ungestraft bleiben. Mit Murad und Mukwege würden "zwei der stärksten Stimmen in diesem Kampf" geehrt. Sexuelle Ausbeutung im Krieg dürfe nicht länger als "unglücklicher Kollateralschaden" angesehen werden.

Der Gynäkologe Mukwege betreibt im Kongo ein Krankenhaus, in dem er Frauen hilft, die Opfer von systematischer sexueller Gewalt geworden sind. Der Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen setzt sich seit Jahren gegen die Straflosigkeit sexueller Gewalt in Kriegen ein.

Murad forderte in ihrer Dankesrede "internationalen Schutz" für die Jesiden. Sie war im August 2014 im Irak von Kämpfern der IS-Miliz verschleppt und versklavt worden. Sie konnte schließlich nach Deutschland fliehen und engagiert sich seit 2016 als UN-Sonderbotschafterin für die Rechte der Opfer von Menschenhandel.

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Friedensnobelpreis 1901 bis 2018 - eine Auswahl der Preisträger

Nadia Murad und Denis Mukwege

Die Friedensnobelpreisträger des Jahres 2018 sind der kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die UN-Sonderbotschafterin Nadia Murad. Sie werden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten ausgezeichnet. | Bildquelle: dpa

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Dezember 2018 um 14:15 Uhr.

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