Eine Frau im Bienenkostüm nimmt an einer Kundgebung von "Fridays For Future" am Brandenburger Tor teil.  | Bildquelle: dpa

Weltweite Klimaproteste "Ohne Bäume keine Träume"

Stand: 29.11.2019 19:05 Uhr

Weltweit sind erneut Hunderttausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen - zum vierten Mal in diesem Jahr. Die Kritik der Demonstranten richtete sich dieses Mal aber nicht nur gegen die Politik.

Wenige Tage vor der Weltklimakonferenz in Madrid sind rund um den Globus erneut Hunderttausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Wegen des parallel stattfindenden Schnäppchentages "Black Friday" richtete sich der Protest diesmal nicht nur gegen die Politik, sondern auch gegen übermäßigen Konsum. "Stoppt 'Black Friday'!", forderten etwa Demonstranten in Kopenhagen.

"Fridays for Future" - wohin steuert die Bewegung?
tagesthemen 21:45 Uhr, 29.11.2019, Robert Holm, RBB

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In Berlin schlug Sänger Peter Fox von der Band Seeed in eine ähnliche Kerbe: "Checkt Euren Lifestyle", sagte er auf einer Großkundgebung vor Zehntausenden Menschen am Brandenburger Tor. "Wir sollten bereit sein, unsere Gewohnheiten zu ändern", so Fox. "Lasst uns den Arsch hochkriegen, let's go!"

Veranstalter: 630.000 in Deutschland auf der Straße

Die Klimabewegung "Fridays for Future" hatte Kundgebungen in mehr als 500 deutschen Städten angekündigt. In Berlin waren laut dem Netzwerk 60.000 Demonstranten auf den Beinen, in Hamburg hätten sich rund 55.000 Menschen an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt beteiligt, die Polizei sprach hier von 30.000.

In Hannover kamen Schätzungen der Veranstalter zufolge 40.000 Menschen zusammen, in München 17.000, in Kiel 11.000, in Köln mehr als 10.000. Aus Städten wie Dortmund, Münster, Saarbrücken, Mainz, Dresden, Freiburg und Essen wurden vierstellige Teilnehmerzahlen vermeldet. Insgesamt gingen deutschlandweit 630.000 Menschen auf die Straße, wie "Fridays for Future" mitteilte.

Die Beteiligung war angesichts einer vergleichsweise kurzen Vorlaufzeit des Aktionstags recht stark, reichte allerdings nicht an die Rekordzahlen vom September heran - damals waren der Klimabewegung zufolge weltweit mehr als sieben Millionen Menschen in 185 Ländern für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen, 1,4 Millionen allein in Deutschland.

"Nicht leicht, sondern notwendig"

Eine der führenden Aktivistinnen, Luisa Neubauer, schrieb auf Twitter, viele hätten gesagt, es sei unmöglich, Ende November einen Massenprotest zu organisieren. "Wir haben es trotzdem gemacht. Nicht weil es leicht ist, sondern weil es notwendig ist. Denn diese Klimapolitik raubt uns unsere Zukunft."

"Fridays for Future" hat die neuen Proteste bewusst auf den Freitag vor der Weltklimakonferenz in Madrid gelegt, die am Montag beginnt. Nach den Kundgebungen im März und Mai sowie der globalen Streikwoche im September ist es die vierte Auflage eines solchen weltweit koordinierten Protests. In Deutschland richtet sich die Kritik der Aktivisten vor allem gegen das Klimapaket der Bundesregierung, das sie als "Klima-Päckchen" und völlig unzureichend bezeichnen.

Weltweit waren Kundgebungen in mehr als 2400 Städten in 158 Ländern geplant. Wegen der Zeitverschiebung waren traditionell die Australier in Städten wie Sydney und Melbourne einige der ersten, die auf die Straße gingen. Später folgten unter anderem Städte in Indien und europäische Metropolen wie Brüssel oder Lissabon. In den französischen Städten wie Lyon und Saint-Priest blockierten Aktivisten zeitweise Lagereingänge des Online-Händlers Amazon - auch das aus Protest gegen übermäßigen Konsum.

Unterstützung aus Arktis und Antaktis

Unterstützung erhalten die überwiegend jungen Demonstranten längst auch von älteren Generationen und vielen Wissenschaftlern, darunter diejenigen auf dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern" in der Arktis und auf der deutschen Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis. Jeweils ein knappes Dutzend Wissenschaftler stellten sich mit Schildern und Plakaten auf dem Eis vor dem Schiff und der Station auf, um sich mit den Klimademonstranten solidarisch zu zeigen - das zeigten Bilder, die Melanie Bergmann, eine Wissenschaftlerin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven, twitterte.

"Polarforscher vom Süden bis zum Norden danken Fridays for Future dafür, Aufmerksamkeit auf unsere Wissenschaft zu richten!", schrieb Bergmann dazu. Auf dem Plakat der Forscher vor der "Polarstern" stand geschrieben: "Wir liefern die Fakten. Es ist Zeit zum Handeln!"

"Fridays for Future": Auch Wissenschaftler auf der Neumayer-Station in der Antarktis protestieren (im Interview: Andreas Müller, Funker, und Marcus Schumacher, Luftchemie)
26.11.2019

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Greta Thunberg auf hoher See

Die Klimaproteste gehen auf eine Protestaktion der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg zurück, die sich diesmal während des Protesttages auf hoher See befand: Die 16-Jährige segelt gerade auf einem Katamaran über den Atlantik zurück, um an der Weltklimakonferenz sowie an einem großen Protest in Madrid am kommenden Freitag teilnehmen zu können. Ob sie es zeitlich schafft, ist unklar.

Pünktlich zum heutigen Protesttag meldete sich Thunberg aber gemeinsam mit Neubauer zu Wort. Sie warfen den Regierungen weltweit vor, weiterhin viel zu wenig im Kampf gegen die Klimakrise zu unternehmen. Viele Politiker sagten zwar, sie seien auch für einschneidende Klimaschutzmaßnahmen. "Aber sie tun nichts", schrieben die beiden in einem auf dem Portal "Project Syndicate" veröffentlichten Beitrag. Dies sei "Heuchelei".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. November 2019 um 18:00 Uhr.

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