bei "Women forTrump" | Bildquelle: REUTERS

Frauen für Trump "Er tut alles, um Frauen zu stärken"

Stand: 17.07.2019 12:59 Uhr

Viele sehen Trump als Sexisten und Chauvinisten. Trotzdem hat der US-Präsident auch viele Frauen als treue Fans. In Pennsylvania feiern sie ihr Idol beim Wahlkampfauftakt.

Von Janina Lückoff, ARD-Studio Washington

Dienstagvormittag in einem Casino Resort im US-Bundesstaat Pennsylvania. Rund 600 Frauen sind hierhergekommen, um sich für den Wahlkampf in Stellung zu bringen, den Wahlkampf für Donald Trump. Sie tragen Kappen, Anstecker, sogar Schuhe mit Trump-Schriftzug, haben sich die amerikanische Flagge um die Schultern gelegt oder sind in den Farben der Nation, blau, rot, weiß, gekleidet. Ein kleiner Hund auf einem Stuhl gähnt.

Schuhe, Mütze und Rucksack mit Trump-Emblem | Bildquelle: Janina Lückoff
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Mit Fanartikeln machen die Frauen deutlich, wen sie 2020 wieder als Präsidenten sehen wollen.

Schwiegertochter wirbt für Trump

Die Schwiegertochter des Präsidenten, Lara Trump, hatte zu diesem Wahlkampfauftakt der "Women for Trump"-Vereinigung eingeladen. "Er hat so viel unglaubliches getan in zweieinhalb Jahren - ich bin so überzeugt, dass er wiedergewählt wird", sagte sie. "Ich würde sogar sagen, dass ihn nächstes Mal noch mehr Frauen wählen werden als 2016."

Davon sind auch die Frauen im Publikum überzeugt: "Ich glaube, er wurde von Gott gesandt. Er ist das Beste, was unserem Land je geschehen ist", sagt eine. "Er kämpft für uns. Er ist nicht der typische Politiker, er ist ein Amerikaner. Ich liebe ihn, ich habe ihn immer geliebt", erklärt eine andere. "Weil er für die Menschen kämpft, die nie eine Stimme hatten", meint eine dritte. "Er ist die richtige Person, um unser Land zu retten", ergänzt eine andere.

Lara Trump bei "Women forTrump" | Bildquelle: AP
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Lara Trump hatte zu der Veranstaltung eingeladen.

"Er hat nie etwas gegen Frauen getan"

Aber was hat er denn speziell für Frauen getan? "Nun, ich kann jetzt keine bestimmten Themen nennen, aber er hat nie etwas gegen Frauen getan", meint eine seiner Anhängerinnen. "Ich denke, er tut alles was er kann, um Frauen zu stärken, ebenso wie Minderheiten und alle Amerikaner", sagt eine andere." Er habe viele Frauen in seiner Regierung und in seinen Firmen, ist eine der Teilnehmerinnen überzeugt. "Er hat die Zahl an Arbeitsplätzen erhöht, mehr Frauen haben jetzt Arbeit", sagt eine andere.

Mehr Frauen im Beruf

Das stimmt: Noch nie hatten sie viele Frauen in den USA einen Job, das sagen auch Zahlen der Statistikbehörde. Mehr als die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze geht an Frauen. Wissenschaftler sagen jedoch, das habe allgemein mit dem wachsenden Arbeitsmarkt zu tun - vor allem in den Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, wie Bildung und Gesundheit. Eine alternde Gesellschaft brauche auch mehr Beschäftigte, die sich um sie kümmert.

Das Jobwachstum insgesamt hat laut Statistik schon unter Trumps Vorgänger Barack Obama begonnen. Und im Vergleich zu dessen zweiter Amtszeit entstehen unter Trump rund 20.000 Arbeitsplätze im Monat weniger.

Minderheiten gegen illegale Einwanderer

Hier im Konferenzraum unter dem Casino spielt das keine Rolle. Die Frauen sind ausgelassen und siegesgewiss. Unter ihnen finden sich nur wenige Schwarze, eine Handvoll vielleicht. Eine von ihnen, Tanja aus New York, sagt, sie sei froh, dass Trump was gegen die illegalen Einwanderer tue. Denn dann bleibe mehr für die schwarze Gemeinde, in deren Nachbarschaft Illegale oft lebten: "Sagen wir zum Beispiel, eine Firma zahlt einem illegal Eingewanderten zehn Dollar in der Stunde. Wenn nun weniger Illegale da sind, die den Job machen, dann zahlen die Firmen 13 bis 14 Dollar die Stunde."

Saal voller Menschen mit einem Transparent | Bildquelle: Janina Lückoff
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Vertreterinnen ethnischer Minderheiten waren unter den Trump-Anhängerinnen nur wenige zu finden.

Das Gespenst des Sozialismus

Doch eine Sorge äußern die Frauen hier immer wieder: "Alles, was gerade passiert - es ist beängstigend. Sie wollen ein sozialistisches Land machen", befürchtet eine. "Ich will nicht, dass wir sozialistisch werden", erklärt eine andere. "Die Demokraten - man will meinen, die sind für Demokratie - aber sie fördern den Sozialismus, um aus uns ein sozialistisches Land zu machen", behauptet eine andere. "Aber wir sind ein kapitalistisches Land - wir sind das großartigste Land der Welt!"

Und damit das so bleibt, muss - davon sind diese Frauen überzeugt - Donald Trump 2020 wiedergewählt werden. Sie wollen mithelfen, Geld spenden, Freunde mobilisieren. Eine zeigt ein Foto: Sie hat auf ihrem Dach einen großen Trump-Schriftzug angebracht, den sie nachts beleuchtet. Der Wahlkampf der "Frauen für Trump" hat gerade erst begonnen.

 

"Women for Trump" starten in den Wahlkampf
Janina Lückoff, ARD Washington
17.07.2019 11:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Juli 2019 um 07:50 Uhr.

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