Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron  | Bildquelle: REUTERS

Nach Macrons Sieg Europa zeigt sich erleichtert

Stand: 24.04.2017 16:45 Uhr

EU-Parlamentarier bejubeln quer durch alle Lager Macrons Sieg in der ersten Runde. Alle Demokraten sollten sich nun hinter ihm versammeln, fordern die Sozialdemokraten. Die Konservativen sehen ein Hoffnungssignal

Von Sabine Hackländer, ARD-Studio Brüssel

In Brüssel ist die Erleichterung groß am Tag danach. Immerhin hätte es auch anders - schlimmer - kommen können. Dann nämlich, wenn es nicht nur eine EU-Gegnerin aus dem rechtsextremen, sondern gleich noch ein zweiter aus dem linken Lager in die Stichwahl geschafft hätte.

Die Auswahl an proeuropäischen Kandidaten sei eben nicht besonders groß gewesen, so der Sprecher der EU-Kommission, der erklären musste, wieso namhafte Kommissionsvertreter - angefangen vom Präsidenten über die Außenbeauftragte bis hin zum Brexit-Verhandler - gestern so offen Partei für den sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron ergriffen hatten: "Präsident Juncker hat Emmanuel Macron gestern gratuliert, weil er der Kandidat ist, der dieselben Werte vertritt wie Juncker. Letztendlich gab es keine große Auswahl."

Markus Preiß, ARD Brüssel, über Hoffnungsträger Macron und die EU
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.04.2017

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"Erstes Hoffnungssignal"

Diese Ansicht wurde mehrfach von EU-Politikern geäußert. Liberale, Sozial- und Christdemokraten im EU-Parlament zeigten sich erleichtert, auch weil die rechtsextreme Kandidatin Le Pen nicht wie erwartet stärkste Kraft wurde. Der Vorsitzende der Christdemokraten im EU-Parlament, Manfred Weber, sagte: "Marine Le Pen ist unter ihren Erwartungen geblieben: zwar in die Stichwahl eingezogen, aber schlechter rausgegangen als erwartet. Und insofern ist es ein erstes Hoffnungssignal, dass die Franzosen sich für Partnerschaft entscheiden und gegen den nationalistischen, engstirnigen Kurs von Le Pen."

Ähnlich äußerte sich der Chef der deutschen Sozialdemokaten Jens Geier. Ein Sieg Le Pens würde sowohl Frankreich als auch die EU ins Chaos stürzen, das müsse  verhindert werden. Es sei gut, dass nun ein Kandidat mit glasklarem politischem Profil vorne liege. Und deshalb müssten sich jetzt alle Demokraten hinter Macron versammeln: "Das würde auch neue notwendige Initiativen bei der europäischen Zusammenarbeit ermöglichen. Und die Garantie eines Neustarts des deutsch-französischen Motors in der EU wäre das Duett Macron mit Martin Schulz."

Kritische Töne nur von Grünen und Linken

Dass das passende Gegenstück zum deutschen Kanzlerkandidaten Schulz eigentlich der Sozialist Benoît Hamon hätte sein müssen, unterschlugen viele Sozialdemokraten angesichts des gestrigen Wahldebakels des Kandidaten. Kritische Töne zum Ausgang der ersten Runde waren vor allem von Grünen und Linken im EU-Parlament zu hören. Sie halten Macron für zu wirtschaftsliberal.

Während man bei den Grünen angesichts der Gefahren, die durch Le Pen drohten, solche Differenzen allerdings für nachrangig betrachtet, geben sich Linken-Politiker wie der deutsche EU-Abgeordnete Fabio DeMasi weitaus unversöhnlicher: "Denn es war ja die Politik der Macrons und Hollandes, die die extreme Rechte, den Front National, erst stark gemacht hat. Der französische Soziologe Didier Eribon sagte: Wer Macron wählt, der bekommt in fünf Jahren Le Pen hoch drei." Deshalb findet es DeMasi auch in Ordnung, dass sich Linken-Wähler in der Stichwahl in zwei Wochen möglicherweise enthalten könnten.

Applaus für Le Pen

Applaus für das gute Abschneiden Le Pens gab es übrigens auch in Europa. Mit den Worten "Es lebe der Sieg, vive la victoire" gratulierte der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, während der AfD-Politiker André Poggenburg Le Pens Einzug in die Stichwahl als "ganz große Leistung" bezeichnete.

Europa wittert Morgenluft
S. Hackländer, ARD Brüssel
24.04.2017 15:30 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 24. April 2017 die tagesschau um 17:00 Uhr, NDR Info um 17:15 Uhr und Inforadio um 16:24 Uhr.

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