Rückreise aus Risikogebiet: Warnschilder auf einer Autobahn in Baden-Württemberg | Bildquelle: dpa

Einstufung der Bundesregierung Niederlande und Frankreich jetzt Risikogebiet

Stand: 15.10.2020 20:42 Uhr

Wegen europaweit steigender Coronazahlen hat die Bundesregierung neue Regionen als Risikogebiet eingestuft. Neben Frankreich und den gesamten Niederlanden sind erstmals auch beliebte Reiseziele in Italien betroffen.

Die Bundesregierung hat die Niederlande, das gesamte französische Festland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen von Samstag an als Corona-Risikogebiete eingestuft. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte.

Dazu zählen acht Kantone der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn. Es wurde erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle neuen Risikogebiete noch in der Nacht auch eine Reisewarnung ausspricht.

Alle Nachbarländer Deutschlands jetzt Risikogebiet

In Frankreich werden Korsika und die am Anfang der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Grenzregion Grand Est als letzte Regionen des europäischen Teils Frankreichs auf die Risikoliste gesetzt. Von den fünf Übersee-Departements ist dann nur noch die Insel Mayotte vor Afrika im Indischen Ozean "risikofrei", hinzu kommen einige autonome Überseegebiete.

Mit der Aufnahme von fünf polnischen Regionen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau wird ab Samstag keins der neun Nachbarländer Deutschlands mehr ohne Risikogebiet sein. Die polnischen Grenzgebiete bleiben allerdings - anders als die französischen - noch verschont. In beiden Regionen werden neue Grenzschließungen wie während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr befürchtet.

Auch Neapel, Capri und Ischia betroffen

In den Niederlanden ist Zeeland an der Nordsee von den aktuellen Einstufungen der Bundesregierung betroffen. Damit sind nun die gesamten Niederlande offiziell zum Risikogebiet erklärt.

Auch einige Regionen in Italien werden von Samstag an auf die Risikoliste gesetzt. Zwei beliebte Touristenziele sind betroffen: Das süditalienische Kampanien mit Neapel als Hauptstadt, der Amalfiküste und den Inseln Capri und Ischia sowie die nordwestliche Küstenregion Ligurien um Genua.

Nur noch wenige Länder ohne Risikogebiet

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt inzwischen für rund 130 Länder ganz und für mehr als ein Dutzend weitere teilweise.

Unter dem Strich gibt es inzwischen kaum noch Länder, die noch ganz frei von Risikogebieten sind und für die auch nicht von Reisen abgeraten wird: Griechenland, Zypern, Monaco, San Marino, Liechtenstein und der Vatikan.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Oktober 2020 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

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