France Telecom Manager | Bildquelle: AFP

Nach Suizid-Serie in Frankreich Haftstrafen für Ex-Télécom-Manager

Stand: 20.12.2019 12:09 Uhr

Zehn Jahre nach einer Suizid-Serie bei France Télécom sind Ex-Manager zu Haftstrafen verurteilt worden. Der Konzern wurde zu der höchstmöglichen Geldstrafe von 75.000 Euro verurteilt.

Nach der Suizid-Serie bei der französischen Telekom wurden die ehemaligen Manager verurteilt. Der ehemalige Vorsitzende von France Télécom, Didier Lombard, bekam ein Jahr Gefängnis, davon acht Monate auf Bewährung. Außerdem muss er eine Geldbuße von 15.000 Euro zahlen. Sein früherer Stellvertreter und der ehemalige Personalchef müssen für vier Monate in Haft. Der Konzern wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro verurteilt.

Das Pariser Strafgericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die jeweils ein Jahr Haft gefordert hatte.

"Management durch Terror"

Das Gericht begründete sein Urteil wie folgt: Die Angeklagten hätten in den Jahren 2008 und 2009 mit den Mitteln von Druck und Einschüchterung ein Programm zum Abbau von mehr als 20.000 Stellen im Konzern durchgesetzt. In dem Unternehmen habe ein "Management durch Terror" geherrscht, schrieb ein Mitarbeiter Medien zufolge in seinem Abschiedsbrief.

In dem Prozess ging es um fast 40 Mitarbeiter, von denen 19 Suizid begingen und zwölf weitere einen Selbstmord-Versuch. Andere litten an Depressionen und waren teilweise arbeitsunfähig. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Urteil im Mobbing-Prozess gegen Telekommanager
Martin Bohne, ARD Paris
20.12.2019 13:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Dezember 2019 um 12:00 Uhr.

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