Streikende in Paris | Bildquelle: dpa

Aktionen gegen Rentenreform Streikwille in Frankreich ungebrochen

Stand: 26.12.2019 16:51 Uhr

Immerhin zu den Stoßzeiten fuhr in Paris die Metro wieder öfter, jeder zweite TGV-Schnellzug war unterwegs. Doch die Gewerkschaften planen weitere Aktionen und hielten die Streikenden auf französische Art bei Laune.

Weihnachtliches Essen haben die Gewerkschaften den Streikenden in Paris serviert, um sie zur Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen zu motivieren. Auch Überbrückungsgelder wurden überwiesen. Denn in Frankreich gibt es keine Lohnfortzahlung.

Der Streikwille ist offenbar trotzdem ungebrochen: Rund 60 Prozent der Lokführer legten am zweiten Weihnachtstag ihre Arbeit nieder. Die Folge: Auch am 22. Streiktag haben die Streiks den öffentlichen Personennah- und Fernverkehr erheblich beeinträchtigt.

Weitere Streikaktionen geplant

Für die kommenden Tage wurden weitere Streikaktionen angekündigt. Die Regierung hält dagegen an ihrem Plan fest, die Rentenreform am 22. Januar ins Kabinett einzubringen.

In Paris kam der öffentliche Verkehr an den Weihnachtstagen zeitweise fast vollständig zum Erliegen. Taxis, Fahrgemeinschaftsdienste und Mietwagenfirmen waren von der großen Nachfrage überfordert. Durch die Straßen zogen lange Züge mit Tausenden Demonstranten.

Kein Feiertag in großen Teilen des Landes

Der zweite Weihnachtstag ist in Frankreich nur in den Departements Elsaß und Lothringen ein Feiertag. Da nur rund jeder zweite Hochgeschwindigkeitszug verkehrte, kam es zu erheblichen Einschränkungen. In Paris waren zusätzlich zu den automatisch betriebenen Metro-Linien sieben Metro-Linien zu den Stoßzeiten am Morgen und Abend im Einsatz. Beeinträchtigungen gab es auch bei den Vorort- und Regionalzügen.

Die Streiks richten sich gegen das zentrale Reformvorhaben von Präsident Emmanuel Macron, der das komplizierte System mit 42 verschiedenen Rentenregelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen will. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Der Streik wird vor allem von den Eisenbahner-Gewerkschaften getragen, allerdings beteiligen sich auch weitere Branchen und Einrichtungen an den Protesten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Dezember 2019 um 02:00 Uhr.

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