Leere Gleise bei Nacht auf dem Pariser Bahnhof Gare de l'Est. | Bildquelle: AFP

Streik gegen Rentenreform Frankreichs Gleise bleiben leer

Stand: 26.12.2019 02:55 Uhr

In Frankreich ist keine Besserung für Bahnreisende in Sicht: Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag sollen aufgrund des Streiks gegen die geplante Rentenreform zahlreiche Zugverbindungen ausfallen.

Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag müssen Reisende in Frankreich umfassende Einschränkungen und Ausfälle im Bahnverkehr hinnehmen. Durch den mittlerweile seit drei Wochen andauernden Streik gegen die geplante Rentenreform der französischen Regierung sind sowohl auf den Strecken im Fern- als auch im Regionalverkehr deutlich weniger Züge unterwegs.

Die Verkehrsgesellschaft SNCF kündigte an, dass auch am Donnerstag etwa die Hälfte der Verbindungen mit TGV-Schnellzügen ausfallen werde. Ebenso würden weniger Regionalzüge verkehren, sodass auch der Betrieb zwischen der Hauptstadt Paris und deren Vororten eingeschränkt sei. In Paris selbst sollten insgesamt fünf Linien der Metro durch den Streik nicht verkehren.

Die Ausfälle im Bahnverkehr haben gerade zu den Weihnachtstagen zahlreiche Reisende getroffen. Allein am Heiligabend strandeten Zehntausende im Pariser Hauptbahnhof.

Mehr Züge ab dem Wochenende

Die SNCF rechnet zum Wochenende mit einer Verbesserung. Dann sollen demnach wieder sechs von zehn TGV-Schnellzügen fahren. Vergangenes Wochenende waren es nur fünf von zehn.

Die Streiks machen sich nach SNCF-Angaben auch deutlich bei den Einnahmen der Verkehrsgesellschaft bemerkbar. Der Einnahmeausfall belaufe sich mittlerweile auf 400 Millionen Euro, sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou der Zeitung "Le Monde". Die Industrieverbände bezifferten ihre Umsatzeinbußen auf 30 bis 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Verhandlungen über Reform gehen im Januar weiter

Die Streiks richten sich gegen das zentrale Reformversprechen von Präsident Emmanuel Macron, der das komplizierte System mit 42 verschiedenen Rentenregelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen will. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Regierungen waren vergangene Woche gescheitert und sollen am 7. Januar fortgesetzt werden. Die Gewerkschaften haben angekündigt, die Streiks fortzusetzen, bis eine Einigung erzielt ist. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Dezember 2019 um 02:00 Uhr.

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