Ein überschwemmtes Auto in Frankreich | Bildquelle: REUTERS

Südfrankreich Zwei Tote nach starken Regenfällen

Stand: 25.11.2019 00:29 Uhr

Heftige Regenfälle haben im Süden Frankreichs zu Überschwemmungen geführt. Häuser wurden überflutet, Autos versanken im Wasser. Mindestens zwei Menschen starben.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Die Bilder am Morgen sind immer noch eindrucksvoll: In mehreren Orten im Südosten Frankreichs stehen Häuser inmitten von Wassermassen. Autos sind bis zu den Dächern in den Fluten versunken. Hunderte Menschen mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen.

Laura, die mit ihren drei Kindern in einer Turnhalle in Fréjus am Mittelmeer Zuflucht gefunden hatte, nahm es im Fernsehsender BFM dennoch gelassen: "Ganz ehrlich, es hat wunderbar funktioniert. Die Ehrenamtlichen, die Leute vom Rathaus haben sich super gekümmert, wir hatten Decken und Liegen, und die Familien konnten sogar beieinander übernachten. Es ist insgesamt wirklich gut gelaufen."

Ein Traktor im überschwemmten Gebiet um Roquebrune-sur-Argens, Frankreich. | Bildquelle: REUTERS
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Ein Traktor im überschwemmten Gebiet um Roquebrune-sur-Argens.

Von zwei auf sieben Meter Wasserstand

Die Lage hatte sich nach starken Regenfällen gestern dramatisch zugespitzt. Über zwei Mittelmeer-Départements, die Var und les Alpes-Maritimes, hatten die Behörden am Samstagnachmittag die höchste Hochwasseralarmstufe Rot verhängt. Zahlreiche kleine Flüsse schwollen zu reißenden Strömen an. Die Angers stieg in Roquebrune, gleich neben Fréjus, von normal rund zwei Metern auf über sieben Meter Wasserstand. Eine Autobahn, zahlreiche Straßen und Zugstrecken mussten gesperrt werden.

Viele Anwohner wurden von Einsatzkräften mit Booten und Hubschraubern evakuiert oder flohen - wie Laura - selbst vor den Wassermassen: "Wir haben die Flüsse anschwellen sehen, ich wohne genau zwischen der Reyran und der Argens", erzählt sie. "Mein Garten war überschwemmt, wir hatten Angst. Da ich Kinder habe, habe ich es vorgezogen, das Haus zu verlassen."

Zwei Tote

Nicht überall lief es so glimpflich ab. Wie die örtliche Präfektur mitteilte, wurde am Vormittag in Le Muy nördlich von Saint Tropez die Leiche eines Mannes gefunden - ganz in der Nähe eines Bereiches, wo gestern ein Boot der Feuerwehr bei einer Rettungsaktion in den Hochwasserfluten umgekippt war. Von den sechs Passagieren an Bord waren fünf gerettet worden. Ein Mann galt seit dem Abend als vermisst. Ob es sich bei dem Toten um ihn handelt, ist aber noch unklar.

Eine zweite Leiche fanden die Rettungskräfte in einem Auto in der Ortschaft Cabasse ebenfalls in der Var. Dabei handelt es sich nach Angaben der Präfektur um einen etwa 55-jährigen Mann. Vermisst wird ebenfalls in der Region ein 77-jähriger, geistig verwirrter Mann, der sich in der Nacht zum Samstag in der Nähe eines Hochwasserlaufs aufgehalten hatte.

In der Ortschaft Tanneron entdeckten die Rettungskräfte nach stundenlanger Suche ebenfalls zwei Leichen und das Auto eines seit Samstag vermissten Paares. 

Fischerboote liegen auf der regennassen Straße in Cagnes-sur-Mer, Frankreich | Bildquelle: REUTERS
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Fischerboote liegen auf einer regennassen Straße in Cagnes-sur-Mer.

Leichte Entwarnung

Mittlerweile sind die Regenfälle immerhin deutlich schwächer geworden. Pierre Dartout, der örtliche Regionspräfekt, gab leichte Entwarnung: "Wir sind von der Alarmstufe Rot zu Orange übergegangen. Das heißt, die Dinge werden etwas besser. Die Flüsse schwellen ab, aber langsam. Und es kann auch heute noch zu weiteren Überschwemmungen kommen."

In einigen Gemeinden haben am Morgen bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Wohl in dem Wissen, dass das nicht das letzte Hochwasser war. Denn in den vergangenen Jahren haben die Überschwemmungen im Süden Frankreichs deutlich zugenommen. "Ich glaube wir müssen uns damit abfinden, dass der Klimawandel nicht nur ein leeres Wort ist und sich solche Situationen wiederholen werden", folgerte Jean-Pierre Giran, Bürgermeister von Hyères in der Var. Allein dort waren gestern rund 600 Menschen evakuiert worden.

In einer früheren Version des Beitrags wurde die betroffenen Ortschaften und Départements im Südwesten Frankreichs verortet. Tatsächlich liegen sie im Südosten des Landes. Wir haben den Beitrag entsprechend korrigiert.

Schwere Regenfälle im Süden Frankreichs
Marcel Wagner, ARD Paris
24.11.2019 12:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. November 2019 um 12:09 Uhr.

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