Gewaltsame Proteste gegen die Rentenreform in Paris | Bildquelle: REUTERS

Frankreichs Rentenreform Neue Proteste trotz Kompromissankündigung

Stand: 11.01.2020 16:40 Uhr

Bei neuerlichen Protesten gegen die geplante Rentenreform in Frankreich ist es wieder zu Gewalt gekommen. Die Regierung bleibt in der Sache hart, ist aber zu gewissen Eingeständnissen bereit.

In Frankreich haben Menschen erneut gegen die geplante Rentenreform gestreikt. Dabei kam es wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. So warfen vermummte Demonstranten in Paris Schaufensterscheiben ein und schleuderten Gegenstände in Richtung der Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Polizisten bei den gewaltsamen Proteste gegen die Rentenreform in Paris | Bildquelle: AFP
galerie

Massive Polizeikräfte marschierten in Paris auf.

Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich an einem Protestmarsch durch die französische Hauptstadt, darunter auch Hunderte Mitglieder der Protestbewegung der Gelbwesten. Auch in zahlreichen weiteren Städten gab es Proteste.

Die Pariser Oper sagte wegen des Ausstands eine Vorstellung ab. Das weltberühmte Haus entschuldige sich bei den Zuschauern, hieß es in einer Mitteilung. Es ist nicht die erste Protestaktion der Opern-Mitarbeiter - seit Wochen fallen Konzerte aus. Mit der Rentenreform würden auch die Angestellten der Oper viele ihrer Sonderrechte verlieren.

Regierung bietet Kompromiss an

Juristen protestieren gegen die Rentenreform in Paris | Bildquelle: AP
galerie

In Paris demonstrierten Rechtsanwälte friedlich gegen die Reform.

Regierungschef Edouard Philippe bot indes in einem Brief an die Gewerkschaft an, unter bestimmten Bedingungen auf die Einführung eines höheren Rentenalters zu verzichten. Dies war einer der umstrittensten Punkte der Reform. Er hält jedoch daran fest, die Pläne bereits am 24. Januar im Kabinett verabschieden zu lassen und Mitte Februar ins Parlament einzubringen.

Seit Wochen Proteste

Die Streiks gegen das Reformprojekt der Regierung halten in Frankreich bereits seit mehr als fünf Wochen an. Die einflussreiche Gewerkschaft CGT und andere fordern einen vollständigen Rückzug der Reformpläne, mit denen Präsident Emmanuel Macron das komplizierte System mit mehr als 40 Rentenkassen vereinheitlichen will. Dies lehnt die Regierung kategorisch ab. Umstritten ist zudem der Plan der Regierung, das Renteneintrittsalter auf 64 Jahre zu erhöhen.

Erst am Donnerstag waren Hunderttausende im ganzen Land gegen die Rentenreform auf die Straße gegangen. Das Innenministerium berichtete von 452.000 Menschen, davon 56 .00 in der Hauptstadt Paris. Die Gewerkschaft CGT sprach sogar von 1,7 Millionen Demonstranten im ganzen Land.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2020 um 15:55 Uhr.

Darstellung: