Französische Armeesoldaten eilen zum Tatort einer Messerattacke in Paris | AFP

Verdächtige festgenommen Verletzte bei Messerattacke in Paris

Stand: 25.09.2020 18:32 Uhr

Bei einer Messerattacke in Paris hat es mehrere Verletzte gegeben. Zwei Verdächtige wurden offenbar festgenommen. Straßen, Schulen und U-Bahn-Stationen um den Tatort sind gesperrt. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei einer Messerattacke am Mittag im Zentrum von Paris sind mindestens zwei Menschen verletzt worden. Nach Informationen des "Spiegel" soll es sich bei den Opfern um Mitarbeiter der Presseagentur "Premières Lignes" handeln, die ihren Sitz im selben Haus wie einst "Charlie Hebdo" hat. Demnach waren die beiden Mitarbeiter am späten Vormittag für eine Zigarettenpause auf die Straße gegangen, kurz danach sei der Angriff erfolgt.

Ein Verdächtiger wurde laut der Polizei in der Nähe der Place de la Bastille unweit des Tatorts festgenommen. Wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichten, erfolgte wenig später eine zweite Festnahme im Bereich der Metro-Station Richard-Lenoir, ebenfalls in der Nähe des Tatorts.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris zog den Fall an sich. Sie leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen "Mordversuchs im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat" und "Bildung einer Terrorgruppe" ein.

Krisensitzung einberufen

Die Einsatzkräfte sperrten das Gebiet um den Tatort im 11. Arrondissement weiträumig ab, Spezialeinheiten sind im Einsatz. Außerdem wurde nach Polizeiangaben ein verdächtiges Päckchen sichergestellt. Alle Kindergärten, Schulen und Altersheime wurden abgeriegelt, die Menschen sollen ihre Häuser nicht verlassen.

Der französische Premierminister Jean Castex brach einen Besuch in einem Vorort von Paris ab, um die Entwicklungen vom Innenministerium aus zu verfolgen. Ihm zufolge wurde im Ministerium eine Krisensitzung einberufen.

Hintergründe unklar

Der Tatort liegt in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo", das 2015 Ziel eines terroristischen Anschlags war. Seit Anfang September findet in Paris ein Prozess gegen die Hintermänner des damaligen Attentats statt. "Charlie Hebdo" hatte aus diesem Anlass die Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlicht. Die Terrororganisation Islamischer Staat hatte daraufhin mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Die Witwen der Attentäter sollten am Nachmittag in dem Prozess aussagen. Ob es möglicherweise einen Zusammenhang gibt, ist unklar.

Mit Informationen von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. September 2020 um 14:00 Uhr.