Der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, verlässt das Berufungsgericht, nachdem er im Prozess um eine mögliche Vertuschung von Missbrauchsfällen freigesprochen wurde. | Bildquelle: OLIVIER CHASSIGNOLE/EPA-EFE/REX

Vertuschung von Missbrauch Französischer Erzbischof freigesprochen

Stand: 30.01.2020 14:42 Uhr

Der Erzbischof von Lyon, Barbarin, ist im Berufungsprozess von dem Vorwurf entlastet worden, den Missbrauch von Jungen durch einen Priester verschwiegen zu haben. In erster Instanz war er schuldig gesprochen worden.

Der französische Kardinal Philippe Barbarin ist im Berufungsprozess um mögliche eine Vertuschung von Missbrauchsfällen von einem Gericht in Lyon freigesprochen worden. In erster Instanz war der Erzbischof von Lyon im März zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nun hatte sich neben Barbarins Verteidigung auch die Staatsanwaltschaft für einen Freispruch ausgesprochen.

Dem heute 69-Jährigen war zur Last gelegt worden, den Missbrauch von Jungen durch den Priester Bernard Preynat in den 1970er- und 1980er-Jahren nicht bei den zuständigen Behörden gemeldet und somit vertuscht zu haben. Einige mutmaßliche Missbrauchsopfer waren im Prozess gegen Barbarin als Nebenkläger aufgetreten. Preynat hatte gestanden, sich an Jungen vergangen zu haben.

Barbarin bot Rücktritt von Ämtern an

Barbarin ist seit 2002 Erzbischof von Lyon. Nachdem die Vertuschungsvorwürfe gegen ihn bekannt geworden waren, hatte er Papst Franziskus im vergangenen Jahr angeboten, seine Ämter niederzulegen. Franziskus hatte dies aber abgelehnt und darauf verwiesen, dass die Unschuldsvermutung gelte, solange der Rechtsweg nicht abgeschlossen sei.

Barbarin gab die Leitung des Erzbistums trotzdem zeitweilig an den früheren Bischof von Evry-Corbeille-Essonnes, Michel Dubost, ab.

Berufungsgericht spricht französischen Kardinal Barbarin von Vertuschung von Kindesmissbrauch frei
Martin Bohne, ARD Paris
30.01.2020 15:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Januar 2020 um 15:00 Uhr.

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