Nach heftigen Regenfällen in Südfrankreich fahren Menschen in einem Schlauchboot über eine überschwemmte Straße. | Bildquelle: AFP

Italien, Frankreich, Griechenland Tote nach schweren Unwettern

Stand: 25.11.2019 09:47 Uhr

Eine eingestürzte Autobahnbrücke, überschwemmte Straßen, gesperrte Bahnstrecken: Heftige Unwetter haben in Südfrankreich, Norditalien sowie in Griechenland schwere Schäden angerichtet. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben.

Schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen haben im Süden Frankreichs und Norden Italiens Chaos und Zerstörung angerichtet. Auch über Griechenland wütete ein schwerer Sturm. Insgesamt kamen mindestens sieben Menschen ums Leben.

In den italienischen Region Ligurien waren Hunderte Anwohner von der Außenwelt abgeschnitten. Hier und in der benachbarten Region Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. 

Auf der Autobahn A6 in Richtung Turin stürzte ein Viadukt auf einer Länge von etwa 30 Metern ein. Es handele sich um einen Abschnitt nahe der Stadt Savona westlich von Genua, teilte die Feuerwehr mit. Dabei kam offenbar niemand zu Schaden. Ursache könnte ein Erdrutsch sein, schrieben Sprecher der Region Ligurien auf Twitter. Auch die Autobahn A10 von Genua nach Ventimiglia an der französischen Grenze wurde an zwei Stellen von Erdrutschen unterbrochen.

Frau stürzt mit Auto in Fluss

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde der Marathon abgesagt. Der Wasserstand des Po erreichte kritische Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Eine zunächst vermisst gemeldete Frau wurde tot aufgefunden, wie die Feuerwehr mitteilte.

In Turin beobachtet eine Frau den aus den Ufern getretenen Fluss Po. | Bildquelle: REUTERS
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In Turin trat der Fluss Po über die Ufer.

Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet.

Der Nordwesten Italiens wird seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Teilen Liguriens und Piemonts galt am Sonntag noch die höchste Alarmstufe Rot, sie wurde in Ligurien aber am Nachmittag auf Gelb zurückgestuft.

Tote in Frankreich

In den französischen Départements Var und Alpes-Maritimes waren seit Freitag sintflutartige Regenfälle niedergegangen. Straßen waren gesperrt, zwischen der Ferienmetropole Nizza und der Hafenstadt Toulon fuhren zeitweilig keine Züge mehr. Tausende Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom.

Ein Traktor im überschwemmten Gebiet um Roquebrune-sur-Argens, Frankreich. | Bildquelle: REUTERS
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Ein Traktor im überschwemmten Gebiet um Roquebrune-sur-Argens.

Innenminister Christophe Castaner besuchte am Sonntag das Krisengebiet und sicherte Betroffenen Unterstützung zu. Er bestätigte, dass zwei Menschen ums Leben kamen und dass nach vier weiteren gesucht werde. Später berichteten Medien, dass in Tanneron im Hinterland von Cannes ein Ehepaar tot in einem Auto gefunden worden sei.

Heftiger Sturm in Griechenland

Auch über Griechenland sind in der Nacht zu Montag schwere Regenschauer hinweggezogen. In der Nähe von Patras überraschte der Sturm "Geryones" zwei Segler, die mit ihrem Boot kenterten und starben. Die Autobahn zwischen Athen und Patras, die wichtigste Verbindung aus der griechischen Hauptstadt nach Westen, musste nach zahlreichen kleineren Erdrutschen gesperrt werden. Reinigungsteams müssen sie nun von Erde und Geröll befreien, bevor sie wieder geöffnet werden kann.

Auch einige Fährverbindungen wurden wegen starker Winde geschlossen, teilte die Küstenwache mit. Die Feuerwehr musste mehrmals ausrücken, um Menschen aus überschwemmten Häusern und aus steckengebliebenen Autos entlang der Küste von Kineta östlich von Athen zu befreien.

Mit Informationen von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2019 um 09:00 Uhr.

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