Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Trauerfeier für die vier Opfer der Messeratacke im Pariser Polizeihauptquartier. | Bildquelle: AFP

Trauerfeier für Polizisten Macron will "rastlosen Kampf" gegen Terror

Stand: 08.10.2019 14:55 Uhr

Nach dem Angriff auf Polizisten in Paris hat Präsident Macron einen "rastlosen Kampf" gegen den islamistischen Terrorismus versprochen. Er rief die ganze Nation auf, gegen die "islamistische Hydra" vorzugehen.

In Paris sind die vier Todesopfer der Messerattacke vom vergangenen Donnerstag posthum gewürdigt worden. Innenminister Christophe Castaner verlieh den getöteten Polizisten bei einer Zeremonie am Tatort die höchste Auszeichnung des Landes, den Orden der Ehrenlegion. Ihre Särge wurden bedeckt mit der französischen Trikolore aufgestellt.

Ein langjähriger Mitarbeiter der Polizei hatte im Polizeihauptquartier eine Kollegin und drei Kollegen niedergestochen, bevor er selbst erschossen wurde. Ob es sich dabei um eine terroristische Tat gehandelt hat, ist immer noch offen. Erste Indizien sprechen dafür, die französischen Staatsanwälte ermitteln.

Aufruf an die Nation

Präsident Emmanuel Macron nutzte den Anlass, um vor den Versammelten einen "rastlosen Kampf" gegen den islamistischen Terrorismus anzukündigen: "Lasst uns alle hier zusammenstehen, die vereinte Nation als Ganzes, angesichts des islamistischen Terrorismus, den wir bekämpfen." Dank der Sicherheitskräfte seien in den vergangenen sechs Jahren 59 Attentate vereitelt worden.

Doch die Bekämpfung des Terrors sei nicht nur die Aufgabe der staatlichen Institutionen, betonte der Präsident. Man müsse gemeinsam gegen die islamistische Hydra vorgehen. Damit bezog er sich auf das Ungeheuer mit mehreren Schlangenköpfen aus der griechischen Mythologie, dem beim Abschlagen eines Kopfes mehrere nachwachsen.

Es brauche eine "wachsame Gesellschaft", um Frankreich zu schützen, forderte Macron und warnte zugleich vor einem gefährlichen Argwohn, der die Gesellschaft zersetzen würde.

Präsident Macron mit dem früheren Amtsinhaber Sarkozy und Innenminister Castaner bei der Trauerfeier in Paris. | Bildquelle: Francois Mori/POOL/EPA-EFE/REX
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Neben Präsident Macron und seinem Innenminister Castaner (r.) nahm auch Ex-Präsident Sarkozy an der Trauerfeier teil.

Macron demonstriert Rückhalt für Castaner

Dass die Zeremonie von Castaner geleitet wurde, werteten Beobachter als Zeichen des Vertrauens von Macron, nachdem gegen den Innenminister Rücktrittsforderungen laut geworden waren. Er hatte kurz nach der Attacke zunächst erklärt, der Angreifer sei zuvor nicht auffällig gewesen.

Terrorfahnder gaben wenig später bekannt, dass der Mann Anhänger einer radikalen Auslegung des Islam war und sich unter anderem positiv über den islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 geäußert hatte. Castaner wurde daraufhin vorgeworfen, die wahren Hintergründe zu verschleiern.

Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden mehr als 250 unschuldige Menschen getötet.

Macron kündigt unnachgiebigen Kampf gegen islamistischen Terror an
Martin Bohne, ARD Paris
08.10.2019 13:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Oktober 2019 um 16:00 Uhr.

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