Ein Thermometer - aufgenommen in Rennes - zeigt 40 Grad | Bildquelle: AFP

Bis zu 45 Grad erwartet Erstmals Alarmstufe Rot in Frankreich

Stand: 27.06.2019 19:43 Uhr

Drei Hitze-Warnstufen gibt es in Frankreich. Die höchste wurde noch nie ausgerufen - bis jetzt. Im Süden des Landes werden Temperaturen bis 45 Grad erwartet. Inmitten der Hitzewelle erklärte die Regierung den "Klima-Notstand".

44,1 Grad waren am 12. August 2003 in Frankreich in zwei Orten im Departement Gard gemessen worden. Dieser Hitze-Rekord könnte morgen fallen. Der französische Wetterdienst rief erstmals Alarmstufe Rot in einigen Regionen aus.

Höchste Warnstufe auch in Marseille

In den vier Departements Bouches-du-Rhône, Gard, Hérault und Vaucluse im Süden des Landes würden am Freitagnachmittag außergewöhnliche Temperaturen zwischen 42 und 45 Grad erwartet, teilte Météo France mit. Betroffen davon ist auch Marseille, die zweitgrößte Stadt des Landes.

In Frankreich gibt es drei Warnstufen: gelb, orange, rot. Sie waren nach der Hitzewelle von 2003 eingeführt worden, bei der Tausende Menschen gestorben waren. Stufe Rot wurde seitdem aber noch nie ausgerufen. In den meisten anderen Regionen Frankreichs gilt für Freitag die Warnstufe Orange. Nur ganz im Norden des Landes und im äußersten Südwesten dürfte es nicht so heiß werden.

Ventilator in einem Seniorenheim in Le Bouscat | Bildquelle: REUTERS
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Ventilatoren allein - wie hier in einem Seniorenheim in Le Bouscat - werden nicht reichen. Freitag könnte im Süden Frankreichs ein neuer Hitzerekord aufgestellt werden.

Kein Schulsport, keine Tiertransporte

Schulausflüge und Sportveranstaltungen oder sportliche Aktivitäten in Schulen wurden in den vier Departements mit Alarmstufe Rot abgesagt oder verschoben, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. Eltern sei es freigestellt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Landesweit sind dem Bildungsministerium zufolge 255 Gemeinden von Schulschließungen betroffen. Wegen der andauernden Hitze hatte Landwirtschaftsminister Didier Guillaume Tiertransporte in Frankreich vorerst verboten.

Regierung erklärt den "Klima-Notstand"

Inmitten der Hitzewelle kam das französische Parlament einer Forderung der "Fridays-for-Future"-Bewegung nach und erklärte den "Klima-Notstand". Umweltminister François de Rugy sprach von einer "politischen Erklärung".

Sie ist Teil eines Energie- und Klimagesetzes, mit dem die französische Regierung sich bis 2050 zur Klimaneutralität verpflichtet. Damit müssen alle Emissionen ausgeglichen werden, etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien oder Aufforstung. Ein solches Gesetz ist in Großbritannien bereits in Kraft.

Die französische Opposition kritisierte, dass die Regierung kaum Antworten auf den Klimawandel habe. Eine hochrangige Expertengruppe hatte Frankreich diese Woche eine Vorreiterrolle bei der Klimaneutralität abgesprochen, für die Präsident Emmanuel Macron seit Wochen auf EU-Ebene wirbt. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Juni 2019 um 08:15 Uhr.

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