Frankreichs Präsident Macron in Paris | Bildquelle: REUTERS

Krawalle in Frankreich Krisentreffen und ein Gesprächsangebot

Stand: 02.12.2018 17:57 Uhr

Die Ausschreitungen der "Gelbwesten" erschüttern Frankreich. Präsident Macron berief ein Krisentreffen ein. Kommende Woche sollen Gespräche mit der Opposition und den "Gelbwesten"stattfinden.

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Frankreich steht unter Schock. In den Medien und den sozialen Netzwerken sind die verstörenden Bilder der Gewaltexzesse gestern im Herzen von Paris allgegenwärtig: Ausgebrannte Autos, geplünderte Supermärkte, verwüstete Cafés. Präsident Emmanuel Macron demonstrierte Entschlossenheit. Unmittelbar nach seiner Rückkehr vom G20-Gipfel in Beunos Aires begab er sich an Orte, die gestern im Zentrum der Ausschreitungen standen: der Arc de Triomphe und die angrenzende Avenue Kleber. Er sprach mit Polizisten und Feuerwehrleuten und mit den Angestellten eines Cafés.

Mit dabei war Dominique Restino, Präsident der Pariser Handelskammer: "Ich habe den Präsidenten sehr entschlossen erlebt. Er hat die Geschäftsleute beruhigt und ihnen gesagt, dass er die Gewalt nicht akzeptieren werde."

Macron besucht Paris nach den Krawallen
tagesschau 20:00 Uhr, 02.12.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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Viele halten Gewalt für legitim

Der Auftritt des Präsidenten rief sehr widersprüchliche Reaktionen unter den Passanten hervor. Es gab Buhrufe, aber auch aufmunternden Beifall. Sehr aufgebracht waren etliche Anhänger der "Gelbwesten". Stéphanie, eine junge Krankenpflegerin, bringt ihre Wut drastisch zum Ausdruck: "Wir werden vom System ausgebeutet. Wir sind wie Sklaven. Und wir haben jetzt eine regelrechte Diktatur.

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Bilder - Gewaltsamer Protest der "Gelbwesten"

Brennende Autos in Paris

Gewaltbereite Demonstranten der "Gelbwesten"-Bewegung zündeten Baustellenmaterialien und Möbel vor Straßencafés an, stürzen Autos um und attackieren die Beamten immer wieder mit Wurfgeschossen. | Bildquelle: AFP

Viele "Gelbwesten" denken so und viele halten die Gewalt für legitim, denn die Politik treibe Leute in die Verzweiflung. "Wenn das so weitergeht, dann wird das mit Waffen ausgetragen", glaubt Stéphanie. "Denn wir haben keine andere Wahl. Am nächsten Wochenende wird es eine Katastrophe geben und wir sind auf dem Weg in den Bürgerkrieg."

Frankreich ist gespalten. Die "Gelbwesten" mit ihren Forderungen nach mehr Kaufkraft, höheren Löhnen und Renten können sich durchaus auf viele Sympathien stützen. Aber die Gewalt schreckt auch viele ab. So wie Jean-Philippe, der gerade auf der Avenue Kleber Fotos von einem ausgebrannten Auto macht: "Ich empfinde Ekel, Traurigkeit und Bestürzung angesichts der Gewalt, die sich hier abgespielt hat. Das ist durch nichts zu rechtfertigen." Er hofft, dass die Bilder der Gewalt vielleicht einige zur Vernunft bringen werden. Doch er fürchtet, dass sich die Ausschreitungen am nächsten Samstag wiederholen könnten.

Ausnahmezustand verhängen?

Ein Anhänger der Regierungspartei La République en Marche spricht sich daher dafür aus, den Ausnahmezustand zu verhängen: "Ich bin dafür, die Armee einzusetzen. Man muss den Randalierern das Handwerk legen."

Am Nachmittag versammelte Macron das Kernkabinett zu einer Krisensitzung. Erst Stunden später gab es ein dürres Kommuniqué aus dem Elysée-Palast. Der Präsident habe den Premierminister gebeten, in der kommenden Woche die Chefs der Oppositionsparteien sowie die Vertreter der "Gelbwesten" zu empfangen. Und der Innenminister solle prüfen, wie die Sicherheitskräfte besser in die Lage versetzt werden können, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Von der Verhängung des Ausnahmezustands will Macron aber offensichtlich vorerst absehen.

Frankreich am Tag nach der Gewaltexplosion in Paris
Martin Bohne, MDR Brüssel
02.12.2018 17:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2018 um 17:15 Uhr.

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