Eine blaue Plane verdeckt die Schmähung, die auf den Eingang der Gedenkstätte geschrieben war. | Bildquelle: AFP

SS-Massaker in Oradour-sur-Glane Französische Gedenkstätte verunstaltet

Stand: 22.08.2020 19:18 Uhr

Das französische Dorf Oradour-sur-Glane war 1944 der Schauplatz eines Kriegsverbrechens der deutschen Besatzer. SS-Truppen töteten 642 Menschen. Nun haben Unbekannte die Gedenkstätte geschändet, die Ermittlungen laufen.

Unbekannte haben die französische Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane geschändet. Das Wort "Märtyrer" im Eingangbereich wurde mit weißer Farbe durchgestrichen, daneben wurde das Wort "Lüge" geschrieben. Inzwischen verdeckt eine Plane die Schmiererei.

In Oradour-sur-Glane verübten SS-Truppen am 10. Juni 1944 ein Massaker an der Zivilbevölkerung. 642 Menschen - Männer, Frauen und Kinder - wurden gequält und grausam ermordet. Fast die gesamte Bevölkerung des Dorfes wurde von Angehörigen der SS-Panzerdivision "Das Reich" ausgelöscht, das Dorf größtenteils niedergebrannt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieben die Ruinen als Mahnmal erhalten. 1999 eröffnete eine Gedenkstätte, die unter anderem in einer Dauerausstellung die Erinnerung an das Massaker wach halten soll.

Suche nach den Tätern läuft

Französische Politiker verurteilten den Vandalismus auf das Schärfste. Premierminister Jean Castex sagte, dass derartige Graffiti die Erinnerung an die Märtyrer beschmutze.

Justizminister Eric Dupond-Moretti versprach, dass alles getan werde, um den oder die Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2020 um 01:00 Uhr.

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