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Waldbrand in Südfrankreich 2500 Campingurlauber kurzfristig evakuiert

Stand: 16.07.2019 14:33 Uhr

Wegen eines Waldbrandes sind in Südfrankreich mehr als 2500 Urlauber von Campingplätzen nahe Perpignan evakuiert worden. Die Behörden haben inzwischen Entwarnung gegeben.

Von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris

Gegen 20 Uhr am Montagabend herrschte Erleichterung in den Turnhallen in dem beliebten südfranzösischen Campingort Argelès-sur-Mer nahe Perpignan. Rund 2500 Urlauber, die über Stunden ihre Wohnwagen, Zelte und Bungalows verlassen mussten, konnten endlich zurück.

"Der Brand ist unter Kontrolle, es droht jetzt keine Gefahr mehr", sagte Nicolas Montserrat. Er und seine Kollegen von den Rettungskräften hatten die Urlauber in den Notunterkünften versorgt. Die Urlauber sind froh, nachdem die Feuerwehr endgültig Entwarnung gegeben hatte: "Super - jetzt können wir endlich zurück zu unseren Sachen."

Trockenheit und starke Winde

Das Feuer war am Montagnachmittag in einem nahegelegenen Waldstück ausgebrochen. Die Flammen hatten sich rasend schnell ausgebreitet, ein Wohnhaus erfasst und drei Campingplätze bedroht. Die Region ist derzeit extrem trocken. Seit Wochen hat es hier nicht richtig geregnet. Gestern wehte dazu noch ein starker Wind. Böen von zwischenzeitlich bis zu 70 Stundenkilometern fachten die Flammen weiter an.

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Das Feuer hatte sich rasend schnell ausgebreitet.

Das Feuer sei vom Campingplatz aus gut zu erkennen gewesen, erzählt ein Urlauber: "Am Anfang sagte uns die Feuerwehr, wir sollen ruhig bleiben. Dann sagten sie uns, wir sollen das Gelände verlassen, zu Fuß, das Auto stehen lassen. Letztendlich wurden wir in kleinen Bimmelbahnen zu den Turnhallen gebracht."

Situation bleibt angespannt

Nicht nur in Argelès-sur-Mer, auch in anderen Regionen Südfrankreichs hat die lang anhaltende Trockenheit zu ersten Waldbränden geführt. In einem Weinberg in der südfranzösischen Küstenregion Languedoc war am Montagvormittag Feuer ausgebrochen. Mehr als 200 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge waren im Einsatz. Auch hier konnte der Brand am Abend unter Kontrolle gebracht werden.

"Trotzdem bleibt die Situation angespannt", sagte Feuerwehrchef Henri Benedittini. "Der Wind weht immer noch heftig, es ist sehr trocken und die Tage sind sehr heiß." Und das werde auch erst einmal so bleiben, erklärt Dominique Dalou vom französischen Wetterdient Météo France: "In den nächsten zwei Wochen wird die Trockenheit leider noch schlimmer werden. Wir erwarten kaum Regen und noch höhere Temperaturen."

Die Feuerwehren im Süden Frankreichs überwachen vor allem die Weinberge und Waldstücke der Region engmaschig. So hoffen sie, aufkeimende Feuer direkt löschen und weitere, großflächige Waldbrände verhindern zu können.

Waldbrände in Südfrankreich unter Kontrolle
Sabine Wachs, ARD Paris
16.07.2019 13:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Juli 2019 um 12:38 Uhr.

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