Norbert Hofer, designierter FPÖ-Parteichef, trifft im Mai 2019 zu einer Presseerklärung ein. | Bildquelle: dpa

Designierter FPÖ-Chef Hofer Der Strippenzieher

Stand: 20.05.2019 12:18 Uhr

Die Video-Affäre hat FPÖ-Chef Strache zu Fall gebracht. Das Amt soll nun sein Stellvertreter Hofer übernehmen - ein Typ mit ganz anderem Auftreten. Wer ist der Mann?

Freundlich, zurückhaltend, sanft: Anders als der vom Amt des FPÖ-Chefs zurückgetretene Heinz-Christian Strache gilt der gewünschte Nachfolger Norbert Hofer als vergleichsweise ruhiges Gegenüber. Sogar Widersacher bescheinigen dem stets lächelnden Politiker Höflichkeit und die Fähigkeit, gut zuzuhören. "Hart in der Sache, verbindlich im Ton" - das sei seine Lebensphilosophie, hatte Hofer selbst einst erklärt.

Doch ändert sich dadurch inhaltlich etwas bei der rechtspopulistischen Partei? Hofer und Strache arbeiteten in den vergangenen Jahren eng zusammen, ergänzten sich. Während Strache oft das Rampenlicht suchte, zog Hofer im Hintergrund die Fäden. Der heute 48-Jährige war nicht nur Straches Stellvertreter in der Partei, sondern auch einer der wichtigsten Berater von ihm. So gelang es Hofer in den vergangenen Jahren, das Image der rechtspopulistischen FPÖ aufzupolieren. Offen fremdenfeindliche und antisemitische Äußerungen wurden seltener, dafür fanden Themen wie sozialer Schutz und Österreichs Kaufkraft Einzug in die FPÖ-Politik.

Für ein "Recht auf Heimat"

Seine tieferen politischen Überzeugungen hat der Burschenschafter Hofer aber nie verborgen. Er mag es, mit einer Pistole spazieren zu gehen und will Österreich, seine Kultur sowie seine Werte "gegen die neue Völkerwanderung" verteidigen. Der Vater von vier Kindern steht für ein "Recht auf Heimat" und sieht im Schutz der österreichischen Grenzen eines der wichtigsten politischen Projekte.

Sieht er sich selbst als Rechtspopulist? Nein, antwortete Hofer auf diese Frage im Jahr 2016 in einem ARD-Interview. "Mir gefällt diese Bezeichnung ganz und gar nicht, weil ein Populist jemand ist, der schaut, was denken die Bürger, und genau das dann nachmacht", argumentierte er damals. Das sei bei ihm nicht so. Damals wollte Hofer Präsident in Österreich werden und kam in die Stichwahl - sein erster größerer Schritt ins Rampenlicht. Aber die Wahl verlor er gegen den Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen.

Auftritt von Strache "unentschuldbar"

Welche Persönlichkeit Hofer ist, zeigt sich auch im aktuellen Fall: Die Video-Affäre mit Strache und dem inzwischen auch zurückgetretenen FPÖ-Fraktionsvorsitzenden Johann Gudenus ist auch für Hofer ein Tiefschlag. In einem Video, das er bei Facebook und Youtube veröffentlichte, bezeichnete er das Verhalten seiner Parteifreunde auf Ibiza als "unentschuldbar".

Zugleich spielt Hofer seine neue Macht und seine designierte Position sofort aus: Er setzt Bundeskanzler Sebastian Kurz unter Druck, die Entscheidung über den Fortbestand der Koalition bis zur Neuwahl zu treffen - und droht zugleich unverhohlen mit einem Bruch.

Designierter Vorsitzender der FPÖ, Hofer, gibt Statement nach Treffen mit Van der Bellen ab
20.05.2019

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Kampf auch im Privaten gewohnt

Hofer wurde in eine bürgerliche Familie hineingeboren und wuchs im Burgenland unweit der ungarischen Grenze auf. Schon ab Mitte der 1990er Jahre engagierte er sich in der burgenländischen FPÖ, 2006 wurde er Abgeordneter des Nationalrats. In der Regierung mit der ÖVP im Jahr 2017 wurde Hofer zum Verkehrsminister ernannt.

Dass Hofer zu kämpfen weiß, hat der 48-Jährige auch im Privaten schon bewiesen. Hofer ist seit einen Sportunfall, den er 2003 beim Paragliding erlitt, behindert und geht meistens am Stock. Direkt nach dem Unfall hatte er zunächst gelähmt im Rollstuhl gesessen. Er ist nach eigenen Angaben stolz darauf, dass er den Rollstuhl schließlich aus eigener Kraft wieder verlassen konnte.

Seine Ziele auch in der Politik mit aller Kraft erreichen zu wollen, machte Hofer auch in seinem aktuellen Facebook-Video klar: "Ich werde alles tun, damit diese FPÖ eine starke Partei bleibt, egal ob in der Regierung oder in der Opposition."

Mit Material von AFP

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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