Screenshot aus dem Video | Bildquelle: dpa

Österreichs Vize-Kanzler Explosives Video setzt Strache unter Druck

Stand: 18.05.2019 09:13 Uhr

Ein Video zeigt Österreichs Vize-Kanzler Strache, wie er offenbar einer vermeintlichen russischen Oligarchin Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfen anbietet. Die Opposition forderte seinen Rücktritt.

 Von Kristina Kotter, ARD-Studio Wien

Heimliche Videoaufnahmen belasten Österreichs Vize-Kanzler Strache. Sie wurden dem "Spiegel" und der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt. Auch das österreichische Wochenblatt "Der Falter" hat sie mit ausgewertet. Gefilmt wurde ein Treffen Straches und seines Vertrauten, dem heutigen Fraktionschef der FPÖ, Johann Gudenus, mit einer vermeintlichen russischen Oligarchin in einer Villa auf Ibiza. Es geht um mutmaßlich illegale Geschäfte, falls sie ihm und der FPÖ im Wahlkampf für die Nationalratswahlen 2017 helfe.

Das Treffen war offensichtlich eine Falle und die Frau ein Lockvogel - der Inhalt ist brisant. Denn Strache signalisiert seine Bereitschaft, für Wahlkampfhilfe mit politischen Gegenleistungen zu reagieren, zum Beispiel im Falle einer Regierungsbeteiligung öffentliche Aufträge zuzuschanzen. In dem Video spricht Strache auch über möglicherweise illegale Parteispenden, die beim Rechnungshof nicht auftauchen würden.

 

Videos belasten Österreichs Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache schwer
tagesthemen 21:45 Uhr, 17.05.2019, Jan Liebold/Thomas Berbner, NDR

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"Der Spiegel": Strache bestätigt Treffen

Die Szene spielt kurz vor dem Nationalratswahlkampf im Juli 2017. Strache spielt dabei auch den Gedanken durch, dass die angebliche Oligarchin relevante Anteile an der "Kronen Zeitung" erwerben könnte, um dann wiederum den Wahlkampf der FPÖ medial zu unterstützen. 

Laut "Spiegel" hat Strache das Treffen in der Villa schriftlich bestätigt. Er wird zitiert mit den Worten: Das Treffen sei rein privat gewesen. Tatsächlich sei aber kein Geld geflossen, er habe auch auf die Einhaltung der österreichischen Rechtsordnung hingewiesen.

FPÖ mit engen Russland-Beziehungen

Wer das Material den Medien zugespielt hat, und welche Motive dahinterstecken, ist nicht bekannt. Der Zeitpunkt eine Woche vor den Europawahlen lenkt den Fokus im österreichischen Wahlkampf nun auf die Regierungskoalition. Gleichzeitig wirft das jetzt veröffentlichte Video ein neues Licht auf die Russland-Beziehungen der FPÖ. Diese treibt Strache seit 2008 offensiv voran.

 

FPÖ-Generalsekretär Hafenecker erklärte am Abend, dass seine Partei das Material zurzeit von Rechtsanwälten prüfen lasse. Da das Video ganz offensichtlich illegal aufgenommen wurde, bereite man rechtliche Schritte vor.

Auch die Opposition hat bereits reagiert. Sie fordert Aufklärung. Die Liste JETZT fordert eine Entlassung Straches. Auch Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger findet, sowohl Strache also auch Gudenus seien rücktrittsreif. An Neuwahlen führe kein Weg mehr vorbei. Bundeskanzler Kurz von der ÖVP kündigte für heute eine Stellungnahme an.

Österreichs Vizekanzler Strache wird durch Medien-Enthüllungen belastet
Kristina Kotter, ARD Wien
17.05.2019 22:39 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. Mai 2019 um 21:45 Uhr.

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