Abgestorbene Bäume an dem in weiten Teilen trockenen Speichersee Theewaterskloof in Südafrika | Bildquelle: dpa

Appell in Fachzeitschrift 11.000 Forscher warnen vor Klimanotfall

Stand: 05.11.2019 22:09 Uhr

Knapp vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel warnen 11.000 Wissenschaftler vor einem "Weiter So" beim Klimawandel. Die Erderwärmung nehme weiter rapide zu. Der Menschheit stünde "nie dagewesenes Leid" bevor.

Der Menschheit steht nach Überzeugung von Wissenschaftlern aus aller Welt "noch nie dagewesenes Leid" bevor, wenn sie nicht ernsthaft gegen die Erderwärmung kämpft. Trotz aller Warnungen in den vergangenen vier Jahrzehnten nehme die Erderwärmung weiterhin rapide zu, warnten mehr als 11.000 Forscher in einem gemeinsamen Appell in der Fachzeitschrift "BioScience".

Knapp vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel erklärten die Forscher aus 153 Ländern: "Aus den vorliegenden Daten wird klar, dass ein Klimanotfall auf uns zukommt." Obwohl die Alarmzeichen zunähmen, wäre im Allgemeinen so weitergemacht worden wie immer, heißt es in dem Artikel weiter. Zu den Unterzeichnern zählen auch 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute.

Ziele nicht ehrgeizig genug

Die Wissenschaftler empfehlen verschiedene Schritte, um den Klimawandel zu bekämpfen. Die Wälder müssen als CO2-Speicher erhalten werden. Eine Umstellung auf eine weitgehend vegetarische Ernährung soll ebenfalls den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Das rapide Bevölkerungswachstum müsse gestoppt werden. 

Nach Ansicht eines ebenfalls heute erschienenen Artikels der US-amerikanischen Wissenschaftsorganisation "Universal Ecological Fund" reichten die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht aus. Drei Viertel der 184 eingereichten Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen seien nicht ehrgeizig genug. Gemessen am Ziel, den Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten und sieben weitere Länder auf einem guten Weg.

Vier Staaten für Hälfte der Emissionen verantwortlich

Die Kritik, dass internationale Klimaschutzpläne nicht ausreichen, ist nicht neu. Alle fünf Jahre sollen sie dem Pariser Abkommen zufolge nachgeschärft werden. Im kommenden Jahr sollen neue Pläne auf dem Tisch liegen.

Besonders im Fokus der Autoren des neuen Berichts zu den nationalen Zusagen stehen vier Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase ausstoßen: China, Indien, die USA und Russland. China und Indien haben bisher nur zugesagt, die Emissionen langsamer wachsen zu lassen als ihre Wirtschaft. Russland hat noch keinen Plan eingereicht - und die USA verabschieden sich aus dem Pariser Abkommen. Allerdings tritt die Kündigung erst nach einem Jahr in Kraft.

Forscher rufen Klimanotstand aus
Katrin Brand, ARD Berlin, z.Zt. Washington
05.11.2019 21:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2019 um 05:08 Uhr.

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