Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn | Bildquelle: AFP

Trumps Ex-Sicherheitsberater Strafverkündung gegen Flynn verschoben

Stand: 18.12.2018 21:36 Uhr

Die Strafverkündung gegen den früheren Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, Flynn, ist verschoben worden. Er muss vorerst nicht ins Gefängnis. Das ist vor allem für Sonderermittler Mueller eine gute Nachricht.

US-Sonderermittler Robert Mueller hat weiter Zugriff auf einen der wichtigsten Zeugen in der Russland-Affäre von Präsident Donald Trump. Bezirksrichter Emmet Sullivan verschob die Verkündung des Strafmaßes gegen Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn.

Damit stellte der Richter sicher, dass Flynn weiterhin vollständig mit Muellers Ermittlern kooperieren kann. Mueller hatte wegen der Kooperation Flynns empfohlen, ihn nicht zu inhaftieren. Der Sonderermittler untersucht mögliche Geheimabsprachen von Vertretern Russlands mit dem Trump-Lager im Präsidentschaftswahlkampf 2016.

Michael Flynn am Rande des Prozesses Anfang Dezember 2018. | Bildquelle: dpa
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Michael Flynn räumte falsche Angaben ein.

Richter: "Ekel und Verachtung"

Flynn war bei der Anhörung bei seinem Geständnis geblieben, wonach er die Bundespolizei FBI bei deren Russland-Ermittlungen belogen hat. Er hatte zuvor außerdem eingeräumt, bei den Justizbehörden falsche Angaben zu einem Projekt gemacht zu haben, bei dem er vor seiner Ernennung zum Sicherheitsberater im Auftrag der türkischen Regierung gehandelt hat.

Richter Sullivan machte Flynn schwere Vorwürfe. Es sei durchaus vertretbar zu sagen, dass Flynn sein "Land verkauft" habe. "Ich verberge meinen Ekel, meine Verachtung für dieses kriminelle Vergehen nicht", sagte er.

Sullivan setzte keinen neuen Termin für eine Urteilsverkündung fest. Mueller und Flynns Anwalt sollen ihn aber bis 13. März über den Stand der Dinge informieren.

Begnadigung durch Trump?

Flynn war das erste ehemalige Mitglied der Trump-Regierung, das sich im Zuge der Nachforschungen Muellers schuldig bekannt hatte. Trump hat die Vorwürfe zurückgewiesen und Muellers Ermittlungen als Hexenjagd bezeichnet und erklärt, Flynn habe kein Gesetz gebrochen. Er schürte damit Spekulationen, dass er Flynn im Falle einer Verurteilung begnadigen könnte.

Russland-Ermittlungen: Verkündung des Strafmaßes im Fall Flynn verschoben
Sebastian Schreiber, HR Washington
18.12.2018 22:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Dezember 2018 um 06:00 Uhr.

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