US-Präsident Trump reckt einen Daumen empor | Bildquelle: AP

Nach Geständnis von Flynn Trump bestreitet Absprachen mit Russland

Stand: 02.12.2017 16:47 Uhr

US-Präsident Trump hat sich nach dem Geständnis seines ehemaligen Sicherheitsberaters Flynn verteidigt. Es habe "absolut keine Absprachen" zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben. Dennoch gerät der Präsident in der Affäre immer stärker unter Druck.

US-Präsident Donald Trump hat jegliche Absprachen seines Wahlkampfteams mit Russland zur Beeinflussung der US-Wahl im vergangenen Jahr abgestritten. "Es gab absolut keine Absprache", sagte Trump.

Der Präsident reagierte damit auf das Schuldeingeständnis seines ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn. Dieser hatte eingeräumt, in Bezug auf seine Gespräche mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak das FBI belogen zu haben. Flynn hatte verschwiegen, dass er mit dem russischen Botschafter über Sanktionen und UN-Resolutionen gesprochen hatte, bevor die Trump-Regierung ins Amt kam.

Zugleich sagte Flynn, er habe die Anweisung zur Kontaktaufnahme mit dem Russen von ranghohen Personen im Übergangsteam erhalten, die nach der Wahl Trumps Präsidentschaft vorbereiteten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Associated Press handelte es sich bei diesen Personen um Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner sowie Kathleen Troia McFarland, Flynns Stellvertreterin als Nationaler Sicherheitsberater.

Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn verlässt ein Gerichtsgebäude | Bildquelle: AFP
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Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn ist eine der zentralen Figuren in der Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller.

Flynn sollte Kontakt zu Russland aufnehmen

Flynn will nun mit Sonderermittler Robert Mueller zusammenarbeiten. Der Fernsehsender ABC hatte unter Berufung auf einen Vertrauten Flynns berichtet, der ehemalige General sei bereit auszusagen, dass ihn Trump während des Wahlkampfs angewiesen habe, Kontakte zu Russen zu knüpfen.

Später veröffentlichte ABC allerdings eine Klarstellung. Demnach habe der Vertraute von Flynn gesagt, dass Flynn während der Wahlkampagne von Trump beauftragt worden sei, Wege zu finden, die Beziehungen zu Russland und anderen Staaten zu reparieren. Nach der Wahl habe der gewählte Präsident Flynn gebeten, Russland wegen Themen wie dem Kampf gegen den "Islamischen Staat" zu kontaktieren.

Im Wahlkampf war Flynn ein wichtiger Berater des Präsidenten. Trump verteidigte ihn, selbst, nachdem er ihn als Nationalen Sicherheitsberater entlassen hatte.

Der ehemalige Sicherheitsberater Mueller ist eine der zentralen Figuren in der Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller über die mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl und mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Moskau.

Dass Flynn jetzt mit dem Sonderermittler zusammenarbeitet, sei eine große Sache, sagte der frühere Geheimdienst-Koordinator James Clapper bei CNN: "In diesem Land setzt sich das Gesetz durch - das ist wichtig. Kein guter Tag für das Weiße Haus. Flynn war kein Kaffee-Holer. Das ist kein Scherz, kein Fake. Das ist echt."

US-Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: AP
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US-Sonderermittler Mueller muss prüfen, ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab.

Bereits der vierte Angeklagte aus dem Wahlkampf-Team

Der konservative Kommentator Ben Shapiro sagte bei Fox News: "Das Trump-Team kann sagen: Wenn das alles ist, was ihr habt - das FBI anzulügen über Gespräche, die nicht illegal waren und politisch nicht problematisch - dann ist das eine Hexenjagd."

Die zentrale Frage für Sonderermittler Robert Mueller ist: Gab es eine Absprache von Trumps Wahlkampf-Team mit Russland, um die Wahlen zu beeinflussen? Flynn ist bereits der vierte Angeklagte aus Trumps Wahlkampf-Team - und der zweite, der sich selbst für schuldig erklärt hat und mit dem Sonderermittler kooperiert.

Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Trump: "Habe nichts zu befürchten" wegen Flynn-Aussage
Martina Buttler, ARD Washington
03.12.2017 07:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Dezember 2017 um 08:09 Uhr.

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