Von der maltesischen Marine aufgenommene Flüchtlinge  | Bildquelle: REUTERS

Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot gerettet

Stand: 31.12.2018 04:31 Uhr

Im Mittelmeer sind erneut fast 200 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden. Bei den an Bord von NGO-Schiffen befindlichen Migranten ist teils noch unklar, wo sie an Land gehen dürfen.

Die maltesische Marine hat 69 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Die Migranten in einem Holzboot hätten 117 Seemeilen südwestlich von Malta einen Notruf abgesetzt und seien daraufhin gerettet worden, teilte die Marine mit. Die Flüchtlinge seien nach Malta gebracht worden.

Deutsche Seenotretter im Mittelmeer

Ein Schiff der deutschen Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye brach nach eigenen Angaben zu einer anderen Rettungsmission im Mittelmeer auf. Nach einem Hinweis der maltesischen Küstenwache steuerte das Schiff "Professor Albrecht Penck" ein in Seenot geratenes Boot mit 24 Menschen an Bord an. Auf der "Professor Albrecht Penck" befinden sich bereits 17 am Samstag gerettete Flüchtlinge. Das Forschungsschiff fährt unter deutscher Flagge und ist nun sei nun auf der Suche nach einem sicheren Hafen.

Daneben ist seit mehr als einer Woche die "Sea-Watch 3" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mit mehr als 30 geretteten Migranten auf dem Mittelmeer unterwegs. "Es ist Zeit für die deutsche Regierung, Verantwortung zu übernehmen: Zwei Schiffe brauchen einen sicheren Hafen", twitterte Sea-Watch.

Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff sei derzeit südlich von Malta, sagte Sprecher Ruben Neugebauer. Die Lage an Bord sei stabil und das Wetter akzeptabel. Das solle sich aber nächste Woche ändern. "Wir brauchen zwingend eine Lösung noch in diesem Jahr."

Tunesische Marine rettet Migranten

Vor der Küste Tunesiens wurden nach Angaben der tunesischen Küstenwache 45 Flüchtlinge gerettet. Deren Boot war vor der Insel Kerkennah im Osten des Landes in Seenot geraten, wie ein Sprecher der tunesischen Nationalgarde der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Geretteten seien unverletzt. Unter ihnen befänden sich auch zwei schwangere Frauen.

Die Flüchtlinge stammen den Angaben zufolge vorwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Sie waren von Libyen aus in Richtung Europa aufgebrochen. Auf der zentralen Mittelmeerroute kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken von Flüchtlingsbooten.

Die Regierung in Italien verweigert NGO-Schiffen generell die Einfahrt in die Häfen des Landes. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin hatte gesagt, neben Berlin hätten sich auch andere Städte zur Aufnahme der Sea-Watch-Migranten bereiterklärt. Die Entscheidung, ob die Geretteten nach Deutschland kämen, liege aber beim Bund. Deutschland habe in diesem Jahr 115 aus Seenot gerettete Menschen aufgenommen und setze auf eine europäische Lösung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2018 um 04:40 Uhr.

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