Flüchtlinge gehen in Malta an Land. | Bildquelle: AFP

Nach Wochen auf See Flüchtlinge gehen in Malta an Land

Stand: 09.01.2019 18:41 Uhr

Für die 49 Migranten an Bord der Hilfsschiffe auf dem Mittelmeer gibt es eine Lösung. Sie durften am Abend in Malta an Land gehen und werden nun auf acht EU-Länder verteilt.

Im Konflikt um die Aufnahme von 49 Flüchtlingen, die seit Wochen an Bord der beiden deutschen Hilfsschiffe vor der Küste von Malta ausharren, gibt es eine Einigung. Maltas Regierungschef Joseph Muscat sagte vor Journalisten, es gebe eine Ad-hoc-Vereinbarung. Sie dürfen an Land gehen und werden dann auf acht EU-Länder verteilt. Die Menschen gingen am Abend in Malta an Land.

Damit geht eine lange Hängepartie zu Ende: 32 Migranten waren am 22. Dezember von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch gerettet worden. 17 weitere hatte ein Schiff von Sea-Eye am 29. Dezember aufgenommen. Seitdem baten die Helfer um Einfahrt in einen Hafen. Doch beiden Schiffen wurde dies verweigert. Italien und auch Malta schlossen ihre Häfen.

Migranten an Bord der Sea-Watch 3 | Bildquelle: REUTERS
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Migranten an Bord der Sea-Watch 3.

Dramatische Berichte über Gesundheitszustand

Zuletzt hatte es dramatische Berichte über die Zustände an Bord gegeben. Nach Angaben von Sea-Watch verweigerten einige Migranten zeitweise die Nahrung. Auf dem anderen Schiff, "Professor Albrecht Penck", waren Trink- und Brauchwasservorräte rationiert worden. Die Menschen schliefen auf der Krankenstation, teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gab es nicht. Viele Migranten waren seekrank.

Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien werden die Migranten nun aufnehmen. Die jetzige Einigung sieht offenbar auch eine Verteilung von 249 weiteren Migranten vor, die die maltesische Marine in den letzten Tagen gerettet hatte.

Erleichterung über "aktive Solidarität"

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos begrüßte die Vereinbarung. Er sei froh, dass die Migranten von den Schiffen nun an Land könnten.

Er dankte der maltesischen Regierung, dass sie den Schiffen das Anlegen erlaubte. Die zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiten EU-Mitgliedstaaten hätten ihrerseits "aktive Solidarität" gezeigt.

Weniger Migranten flüchten über das Mittelmeer

Die Zahl der Migranten auf der zentralen Mittelmeerroute ist aber schon seit längerem stark rückläufig. Die Zahl der Toten ist weiterhin hoch. Insgesamt kamen 2018 bei der Flucht über das Mittelmeer fast 2300 Menschen ums Leben.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Hängepartie zu Ende - Migranten auf deutschen Rettungsschiffen landen in Malta an
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
09.01.2019 13:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2019 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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