Grenzpatrouillen im Ärmelkanal | Bildquelle: dpa

Mehr Bootsflüchtlinge London verlegt Schiffe in Ärmelkanal

Stand: 01.01.2019 01:57 Uhr

Die britische Regierung hat zwei Schiffe für Patrouillenfahrten im Ärmelkanal aus dem Mittelmeer abberufen. Eines davon war bislang in humanitärer Mission im Einsatz.

Wegen der steigenden Zahl von Bootsflüchtlingen entsendet die britische Regierung zwei weitere Schiffe des Grenzschutzes in den Ärmelkanal. Sie sollen drei bereits in der Meerenge patrouillierende Schiffe verstärken, wie der britische Innenminister Sajid Javid sagte. Ziel der Maßnahme sei es, sowohl Menschenleben als auch die Grenze des Vereinigten Königreichs zu schützen.

Die beiden Schiffe würden aus dem Mittelmeer abgezogen und in den Ärmelkanal verlegt. "Ich will sicherstellen, dass wir alles tun, was wir können, um Menschen zu schützen", sagte Javid. Die Flüchtlinge würden bei der Überquerung "schwere Risiken" auf sich nehmen.

Von humanitärem Einsatz abgezogen

Eines der Schiffe war bislang in humanitärer Mission für die europäische Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz. London wolle weiterhin zu seiner Verpflichtung im Rahmen der humanitären Frontex-Mission im Mittelmeer stehen, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Ein weiteres Schiff verbleibe daher im Mittelmeer.

Sajid Javid | Bildquelle: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto
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Innenminister Javid will den Ärmelkanal besser überwachen.

Ärmelkanal als gefährliche Fluchtroute

Im Jahr 2018 haben dem britischen Innenministerium zufolge 539 Menschen versucht, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren, 434 davon allein seit Anfang Oktober. 227 Migranten seien noch von den französischen Behörden gestoppt worden.

London und Paris hatten sich am Sonntag auf eine engere Zusammenarbeit angesichts der steigenden Zahl von Bootsflüchtlingen geeinigt. Die Überfahrt ist unter anderem wegen des starken Schiffsverkehrs im Ärmelkanal, starker Strömungen und niedriger Temperaturen gefährlich. In den vergangenen Jahren hatten Flüchtlinge aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien zumeist versucht, in Lastwagen von Frankreich über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen.

Weitere Maßnahmen geplant

Großbritannien werde auch schärfer gegen Schleuser vorgehen, kündigte Javid an. Zudem sollen die Migranten wieder nach Frankreich abgeschoben werden. Die Flüchtlinge sollten nicht denken, dass sie illegal nach Großbritannien kommen und dann bleiben könnten, sagte Javid.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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