Französische Fischereifahrzeuge | picture alliance/dpa/PA Media

EU meldet Annäherung "Wichtiger Schritt" im Fischereistreit

Stand: 11.12.2021 17:19 Uhr

Im Fischereistreit zwischen Frankreich und Großbritannien hat es eine Annäherung gegeben: 23 zusätzliche Lizenzen wurden an EU-Fischer vergeben. Die EU-Kommission spricht von einem "wichtigen Schritt".

Die Europäische Kommission hat im Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um Fischereirechte im Ärmelkanal einen Durchbruch verkündet. Zuvor hatte die britische Regierung 18 weitere Lizenzen an EU-Schiffe für das Fischen in britischen Gewässern sowie fünf vor der Kanalinsel Jersey vergeben, wie die Kommission mitteilte. Auch ein britischer Regierungssprecher nannte diese Zahlen.

Unklar ist, ob die jüngste Vergabe Frankreich zufriedenstellen wird. Paris hatte eine Geste des guten Willens in den Gesprächen gefordert und vor dem Wochenende von noch etwa 100 fehlenden Lizenzen gesprochen.

"Wichtiger Schritt"

Erst am Freitag war in dem Streit eine Frist abgelaufen: Die EU-Kommission hatte als Vermittler von Großbritannien gefordert, die Differenzen mit Frankreich bis zum 10. Dezember beizulegen. Eine formelle Einigung zum Ablauf dieser Frist war nicht verkündet worden.

Die EU-Kommission sprach jedoch nun von einem wichtigen Schritt in einem langen Prozess zur Umsetzung des zwischen Brüssel und dem Königreich nach dessen Austritt aus der EU geschlossenen Handels- und Kooperationsabkommens (TCA). Bis Samstag seien in den seit Ende November intensivierten Gesprächen insgesamt 83 zusätzliche Fischereigenehmigungen hinzugekommen. Auf die noch fehlenden Lizenzen wollen Frankreich und die EU-Kommission nun gemeinsam hinwirken.

Vorwürfe aus Paris an Großbritannien

Paris und London streiten seit Monaten über die Fischereirechte im Ärmelkanal. Seit dem EU-Austritt Großbritanniens müssen Frankreichs Fischer Lizenzen beantragen. Weil diverse Anträge abgelehnt wurden, wirft Frankreich Großbritannien vor, sich nicht an die Brexit-Abmachungen zu halten. London weist dies zurück.

Für den Fall, dass es keine Einigung geben sollte, hatte Paris damit gedroht, die EU um die Einleitung eines Rechtsverfahrens gegen Großbritannien zu bitten. Europa-Staatssekretär Clément Beaune hatte am Freitag jedoch eingeräumt, sollte Großbritannien nun einige zusätzliche Lizenzen als Zeichen des guten Willens erteilen, würde man dies zur Kenntnis nehmen und den Dialog möglicherweise fortsetzen.

Die Kanalinseln liegen viel näher an der französischen Küste als an der englischen. Die französischen Fischer, die um ihre Lebensgrundlage bangen, hatten Ende November aus Protest vorübergehend die Zufahrt zu drei französischen Häfen blockiert.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 11. Dezember 2021 um 19:06 Uhr.