Sauli Niinistö | Bildquelle: REUTERS

Präsidentenwahl in Finnland Niinistö gewinnt im ersten Anlauf

Stand: 28.01.2018 21:44 Uhr

Die Wähler in Finnland haben Präsident Niinistö in der ersten Wahlrunde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Eine Stichwahl ist damit überflüssig. Niinistö gilt als populärster Präsident seit Jahrzehnten.

Pekka Haavisto | Bildquelle: AP
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Grünen-Kandidat Haavisto landete mit rund 13 Prozent weit abgeschlagen auf Platz zwei.

In Finnland hat Amtsinhaber Sauli Niinistö die Präsidentschaftswahl für sich entschieden. Der 69-jährige Konservative, der als unabhängiger Kandidat antrat, kam laut vorläufigem Endergebnis auf 62,7 Prozent. Mit Erreichen der absoluten Mehrheit kommt Niinistö um eine Stichwahl herum und kann weitere sechs Jahre im Amt bleiben. Auf dem zweiten Platz landete mit großem Abstand der Grünen-Kandidat Pekka Haavisto. Er erhielt rund 12,4 Prozent. Haavisto räumte seine Niederlage am Abend ein. "Niinistö hat die Wahl klar gewonnen, ich gratuliere ihm von Herzen."

Niinistö gilt als populärster finnischer Präsident seit Jahrzehnten. Ihm gelang es als erstem Kandidaten seit Einführung des Stichwahl-Systems in Finnland im Jahr 1994, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen.

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Balanceakt zwischen Russland und NATO

Zu den größten Leistungen Niinistös gilt in Finnland, dass er es geschafft hat, nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 sowohl mit dem Nachbarn als auch mit der NATO enge Verbindungen zu halten. Finnland teilt sich mit Russland eine lange Grenze. Erst 1917 löste sich das Land von Russland und wurde unabhängig. Seine Außenpolitik ist geprägt von dem Bemühen, einen westlich orientierten Kurs zu fahren, ohne Russland zu verprellen.

Dieser Tradition fühlt sich auch Niinistö verpflichtet. "Ich habe mein Bestes gegeben, um einen Dialog zwischen Russland und dem Westen, der NATO, der Europäischen Union und auch den USA zu ermöglichen", sagte der 69-Jährige der Nachrichtenagentur Reuters.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2018 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

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