Hintergrund

Korruptionsskandal bei der FIFA Das sind die Beschuldigten

Stand: 28.05.2015 09:39 Uhr

Sieben Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA sind in Zürich festgenommen worden. Ein Funktionär hat sich gestellt, gegen weitere wird ermittelt. Es geht um Korruption, Bestechung und Erpressung. Wer sind die Hauptverdächtigen?

In Zürich wurden am Mittwoch sieben Funktionäre festgenommen:

Jeffrey Webb (50 Jahre/Kaimaninseln): Ist seit 2012 CONCACAF-Präsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Inzwischen zählt er zu den Stellvertretern von Sepp Blatter. Seine Verhaftung kam überraschend, hatte er sich innerhalb der FIFA doch für ein striktes Vorgehen gegen Korruption und Missmanagement stark gemacht. Auch hatte er sich für die Veröffentlichung des Garcia-Berichts ausgesprochen.

Eduardo Li (56/Costa Rica): Der Präsident des Verbandes Costa Ricas galt als designiertes Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Er ist ein Geschäftsmann mit chinesischen Wurzeln.

José Maria Marin, Rafael Esquivel, Eduardo Li, Nicolas Leoz (oben von links), Julia Rocha, Eugenio Figueredo, Jack Warner, Jeffrey Webb (unten von links)
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Einige der Beschuldigten: José Maria Marin, Rafael Esquivel, Eduardo Li, Nicolás Leoz (oben von links), Julia Rocha, Eugenio Figueredo, Jack Warner, Jeffrey Webb (unten von links)

Julio Rocha (64/Nicaragua): Ist als FIFA-Entwicklungsmanager tätig und war früher Präsident des Verbands Zentralamerikas und Nicaraguas.

Costas Takkas (58/Großbritannien): Gilt als Vertrauter von FIFA-Vize Webb. Fungiert aktuell als Berater des CONCACAF-Präsidenten und war früher Generalsekretär des Verbandes der Kaimaninseln.

Eugenio Figueredo (83/Uruguay): Neben Webb der zweite aktuelle FIFA-Vize in der Affäre. Der Ex-Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL musste sich zuletzt in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Eine Spielergewerkschaft hatte ihn wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei CONMEBOL verklagt.

Rafael Esquivel (68/Venezuela): Ist seit 1988 Präsident des Verbands Venezuelas und damit der am längsten agierende Verbandschef in Südamerika. Sitzt aktuell auch im Exekutivkomitee des CONMEBOL-Verbandes.

Warum ist New York das Zentrum des Verfahrens?
ARD-Mittagsmagazin, 28.05.2015, Isabel Schayani, ARD New York

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José Maria Marin (83/Brasilien): War bis April dieses Jahres Präsident des brasilianischen Verbandes. Medienberichte in Brasilien konfrontierten ihn mit Anschuldigungen wegen Korruption und angeblicher Veruntreuung öffentlicher Mittel in den 1970er- und 1980er-Jahren.

In seiner Heimat Trinidad und Tobago stellte sich wegen der Vorwürfe Jack Warner (72/Trinidad und Tobago): Er war von 1983 bis 2011 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees und zeitweise auch FIFA-Vizepräsident. Warner war in mehreren Korruptionsskandalen verstrickt, insbesondere auch durch seine Rolle als CONCACAF-Präsident. 2011 soll er im Vorfeld der FIFA-Präsidentschaftswahl Stimmen für Blatter-Herausforderer Mohamed bin Hammam gekauft haben. Beide wurden suspendiert. Schon bei der WM 2006 war er in Schwarzmarkt-Ticketverkäufe verstrickt.

Warner wurde gemeinsam mit drei weiteren Funktionären vom Ethikausschuss der FIFA suspendiert: Nicolás Leoz und Chuck Blazer sowie Warners Sohn Daryll.

Nicolás Leoz (86/Paraguay): Der langjährige Präsident des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL gehörte bis 2013 auch dem FIFA-Exko an. Trat von beiden Positionen aus gesundheitlichen und privaten Gründen zurück. Leoz wurde vom früheren englischen Verbandschef David Triesman beschuldigt, unlautere Forderungen vor den WM-Vergaben an Russland und Katar gestellt zu haben.

Chuck Blazer
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Gehörte von 1996 bis 2013 dem FIFA-Exekutivkomitee an: Chuck Blazer.

Chuck Blazer (70/USA): Gehörte von 1996 bis 2013 dem FIFA-Exekutivkomitee an. Zusammen mit Jack Warner führte er als Generalsekretär auf zwielichtige Weise den CONCACAF-Verband. Hatte den Spitznamen "Mister Zehn Prozent", weil er diesen Anteil bei Fußball-Geschäften in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll. 2012 kam ihm das FBI auf die Schliche, fortan kooperierte er mit den US-Behörden und soll andere Funktionäre ausgespitzelt haben. Blazer verzichtete 2013 auf eine Wiederwahl ins FIFA-Exekutivkommittee, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen ihn publik wurden. Ihm wird unter anderem organisierte Kriminalität, Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Hat sich am 25. November 2015 für schuldig bekannt und die Zahlung einer Strafe von 1,9 Millionen Dollar sowie eines weiteren Geldbetrags bei Verurteilung akzeptiert.

Daryll Warner (40/Trinidad und Tobago): Ist der Sohn von Jack Warner und war früher als Entwicklungsmanager bei der FIFA tätig. Ihm werden Betrug und dubiose Finanztransaktionen vorgeworfen. Hat sich am 15. Juli 2013 für schuldig bekannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Mai 2015 um 20:00 Uhr.

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