Ein Feuerwehrmann beim Löschen eines Waldbrandes in Kalifornien | AP

Waldbrände in Kalifornien Camper vor den Flammen gerettet

Stand: 07.09.2020 09:06 Uhr

Die US-Nationalgarde hat im Norden Kaliforniens mehr als 200 von einem Waldbrand eingeschlossene Camper in Sicherheit gebracht. In dem Bundesstaat geht die Waldbrandsaison eigentlich gerade erst los.

In einer dramatischen Rettungsaktion hat die kalifornische Nationalgarde mehr als 200 Menschen von einem Campingplatz im in Norden des US-Bundesstaats in Sicherheit gebracht. Die Gegend ist von Waldbränden eingeschlossen. Die Camper wurden mit Hilfe von Militärhubschraubern von dem Gelände am Stausee Mammoth Pool Reservoir in der Sierra Nevada gerettet, wie der Chef der kalifornischen Nationalgarde, Daniel Hokanson, mitteilte.

Das sogenannte "Creek Fire" hatte sich rasend schnell im Sierra National Forest ausgebreitet und alle Fluchtwege von dem Campingplatz rund 70 Kilometer nordöstlich von Fresno abgeschnitten. Den Campern wurde zwischenzeitlich geraten, sich an Ort und Stelle in Sicherheit zu bringen - notfalls sogar auf dem See.

Bei der "außergewöhnlichen" Rettungsaktion der Nationalgarde konnten dann aber alle Menschen vor den Flammen gerettet werden, wie Hokanson bei Twitter mitteilte. Der Einsatz sei damit beendet. Medien hatten zunächst von etwa 1000 Eingeschlossenen berichtet.

"Als würden wir in einem Ofen sitzen"

"Wir dachten, wir würden sterben", erzählte Jerber Maradiaga nach der Rettungsaktion dem "San Francisco Chronicle". In nasse Tücher gewickelt hätten er und seine Familie am Rand des Sees ausgeharrt. Saul Hernandez sprang mit seinen Freunden ins Wasser. Sie hätten wegen des Rauchs kaum Atmen können, schilderte der 26-Jährige das Schreckensszenario. "Es fühlte sich an, als würden wir in einem Ofen sitzen."

20 der Evakuierten wurden in Krankenhäuser gebracht, wie das Büro des Sheriffs im Bezirk Madera mitteilte. Zwei von ihnen erlitten nach Angaben der Feuerwehr schwere Verletzungen.

Ein Feuerwehrmann beim Löschen eines Waldbrandes in Kalifornien | AFP

23 größere Waldbrände lodern in Kalifornien derzeit. Bild: AFP

Langes Wochenende in den USA

Das Feuer war am Freitag in dem schroffen, schwer zugänglichen Gelände ausgebrochen und konnte zunächst nicht unter Kontrolle gebracht werden - direkt vor einem langen Wochenende in den USA, das viele für Ausflüge nutzen. Dieser Montag ist in den USA ein Feiertag.

In ganz Kalifornien waren laut einem Lagebericht der Feuerwehr von gestern zuletzt mehr als 14.800 Einsatzkräfte damit beschäftigt, 23 größere Brände einzudämmen. Seit den Blitzeinschlägen, die Mitte August die ersten Brände ausgelöst hatten, seien mehr als 900 Feuer ausgebrochen, hieß es. Gut 6000 Quadratkilometer Land seien abgebrannt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Luxemburgs. Mindestens acht Menschen seien bisher ums Leben gekommen. Knapp 3300 Gebäude wurden den Angaben zufolge zerstört.

Eigentlich beginnt die Waldbrandsaison erst jetzt

Die Feuerwehr rief die Anwohner der betroffenen Regionen im Bundesstaat auf, wegen der steigenden Temperaturen möglichst wenig Zeit draußen zu verbringen. Es wurde vor Temperaturen um die 40 Grad Celsius gewarnt. Unter den derzeitigen Wetterbedingungen könnten leicht neue Brände auflodern.

Im Zentrum von Los Angeles etwa maß der nationale Wetterdienst 44 Grad Celsius - und im 30 Minuten mit dem Auto entfernten Stadtteil Woodland Hills gar 49,4 Grad Celsius. Dies entsprach der höchsten je gemessenen Temperatur im Los Angeles County, der Wert kann mit Kaliforniens Death Valley mithalten.

Mit etwa 40 Millionen Einwohnern ist Kalifornien der bevölkerungsreichste US-Staat. Es kommt hier immer wieder zu schweren Busch- und Waldbränden. Gewöhnlich brechen diese aber erst im Herbst aus. Nordkalifornien wurde in diesem Jahr besonders früh erwischt. Gouverneur Gavin Newsom rief wegen der "historischen Waldbrände" schon Mitte August den Notstand aus.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. September 2020 um 11:00 Uhr.