Ein Feuerwehrmann löscht ein Feuer in einem Waldgebiet in Potsdam/Fichtenwalde:  | Bildquelle: dpa

Hitze in Deutschland Kampf gegen Waldbrände

Stand: 27.07.2018 17:51 Uhr

Der heiße Sommer nimmt kein Ende. Die Feuerwehr muss immer wieder wegen Waldbränden ausrücken. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits die ersten Wälder für Besucher gesperrt.

Die Hitze und die Trockenheit verlangen Deutschland derzeit viel ab: In großen Teilen Brandenburgs, Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts herrscht derzeit wegen der Trockenheit höchste Waldbrandgefahr. Die Feuerwehr brachte gleich mehrere größere Waldbrände unter Kontrolle.

Bei Potsdam stoppte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr eine Feuersbrunst in einem Kiefernwald. Rund um den Brandherd am Autobahndreieck Potsdam gab es wegen Sperrungen lange Staus. Tausende Autofahrer steckten fest. Das Technische Hilfswerk versorgte sie mit Getränken.

Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am Rande eines Waldgebietes auf der Autobahn | Bildquelle: dpa
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Einsatz in Brandenburg: Mit dem Wasserwerfer gegen das Feuer

Immerhin: Eine schon vorbereitete Evakuierung der Ortschaft Fichtenwalde konnte abgesagt werden. Die ganze Nacht über waren rund 250 Helfer im Einsatz. Gefahr drohte nicht nur durch die Hitze des Brandes, der sich auf rund 50 Hektar erstreckte, sondern auch durch vermutete Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Deshalb wurde ein Löschpanzer eingesetzt. Ein Hubschrauber warf Tausende Liter Wasser auf die Flammen.

Auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) kämpften Feuerwehrleute ebenfalls gegen einen Großbrand. Dort waren rund 160 Hektar Fläche verbrannt, allerdings war keine Ortschaft bedroht.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden wegen der hohen Brandgefahr die ersten Wälder für Besucher gesperrt. Ab Samstag dürfen in zwei Landkreisen Waldwege nicht mehr verlassen werden.

Auch im nordrhein-westfälischen Altena bekämpften Feuerwehrleute weiterhin einen Waldbrand. 300 Helfer waren dort damit beschäftigt, Flammen an einen unzugänglichen Berghang zu löschen. In dem brennenden Waldstück am Wixberg in Altena liegt Weltkriegs-Munition, berichtet der WDR. Darum zogen sich die Feuerwehrleute aus dem Gebiet zurück.

Zahl der Badetoten steigt

Der heiße Sommer lockt auch mehr Menschen zum Baden an Seen, Flüsse und an die Küste. Die Zahl der Badetoten steigt. In den ersten sieben Monaten diesen Jahres seien 279 Menschen ertrunken, 37 mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit.

Wegen der Hitze wurden mehrere Veranstaltungen gestrichen. In Duisburg wurde ein für Freitagabend geplantes Feuerwerk zu einem Hafenfest abgesagt. Zwei Tage vor dem Start zum Ironman in Hamburg haben die Organisatoren das Schwimmen über 3,8 Kilometer in der Alster gestrichen. Aufgrund der Hitze und der damit erhöhten Blaualgen-Konzentration in dem Binnengewässer hat die Umweltbehörde der Hansestadt ein Badeverbot verhängt.

Wenige Probleme für Schifffahrt

Die sinkenden Pegelstände bereiten der Schifffahrt in Deutschland hingegen noch wenig Probleme. Zwar gibt es laut Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Einschränkungen: Schiffe mit großen Tiefgängen könnten nicht mehr voll beladen werden und seien dadurch weniger wirtschaftlich. "Aber das ist in trockenen Sommermonaten nichts Ungewöhnliches", sagte Sprecherin Claudia Thoma. Allerdings können auf der Elbe im Norden wegen Niedrigwassers so gut wie keine Schiffe fahren.

Am Samstag soll nun das Tief "Juli" vorübergehend für etwas Abkühlung sorgen. Von Westen zieht die Kaltfront mit Schauern und Gewittern übers Land. Von Dauer ist die Abkühlung wohl nicht. Schon am Sonntag ziehen die Gewitterwolken aber wieder nach Osten ab, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juli 2018 um 15:00 Uhr.

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