FBI-Hauptquartier in Washington | Bildquelle: REUTERS

Shutdown-Folgen FBI kann Informanten nicht mehr bezahlen

Stand: 22.01.2019 22:52 Uhr

Auch das FBI hat mit den Folgen der US-Haushaltssperre zu kämpfen: Informanten und Übersetzer können nicht mehr bezahlt werden, Geld für verdeckte Einsätze fehlt. Die Bundespolizei befürchtet langfristige Auswirkungen.

Viereinhalb Wochen dauert die Haushaltssperre in den USA schon an - und auch die Arbeit des FBI wird dadurch erheblich eingeschränkt. So könne die Bundespolizei etwa Informanten und Übersetzer nicht mehr bezahlen und auch keine Drogen für verdeckte Einsätze kaufen, beklagten anonyme Mitarbeiter laut einer Mitteilung ihres Berufsverbandes FBIAA. Könnten aber Quellen des FBI nicht mehr bezahlt werden, bestehe das Risiko, "sie und die von ihnen gelieferten Informationen für immer zu verlieren", wurde ein Mitarbeiter zitiert. Ein FBI-Büro beschwerte sich dem Verband zufolge auch darüber, dass es an Geld für DNA-Testsätze, Ersatz-Autoreifen und Kopierpapier fehle.

Jeder Tag, an dem die Haushaltssperre fortdauere, lasse die "operationellen Hindernisse" für das FBI wachsen, beschwerte sich der FBIAA-Vorsitzende Tom O'Connor. Damit wachse der Schaden etwa für die weltweiten Anti-Terrorismus-Aktivitäten sowie für die Abwehr geheimdienstlicher Operationen anderer Staaten.

FBIAA: Situation "untragbar"

Die meisten der rund 13.000 FBI-Sonderagenten müssten weiterhin arbeiten - obwohl sie infolge der Haushaltssperre ihre Gehälter nicht ausgezahlt bekommen. Die FBIAA hatte die Situation bereits vor knapp zwei Wochen als "untragbar" angeprangert.

Ausgelöst worden war die seit dem 22. Dezember andauernde Sperre durch den Streit zwischen Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten über das Projekt einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Trump verlangt 5,7 Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) für die von ihm seit dem Wahlkampf angekündigte Mauer, die Demokraten verweigern ihm diese Mittel. Insgesamt sind vom Shutdown etwa ein Viertel der Bundesbehörden und rund 800.000 Bundesbedienstete betroffen.  

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 23. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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