Nahost-Konflikt

Fatah und Hamas versöhnen sich

Stand: 12.10.2017 14:58 Uhr

Die Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben ihre Feindschaft beigelegt. Beide Seiten bestätigten einen Durchbruch bei den Verhandlungen in Kairo und unterzeichneten ein Versöhnungsabkommen. Eine Einheitsregierung soll künftig Gazastreifen und Westjordanland kontrollieren.

Nach jahrelanger Feindschaft haben sich die Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas auf ein Versöhnungsabkommen geeinigt. Das palästinensische Fernsehen zeigte Aufnahmen von der Unterzeichnung eines entsprechenden Dokuments in Kairo. Zuvor hatten Palästinenserpräsident Mahmund Abbas und Hamas-Chef Ismail Hanija bereits mitgeteilt, man habe sich auf eine Versöhnung verständigt.

Eine noch zu bildende Einheitsregierung soll ab Dezember die Kontrolle in Gazastreifen und Westjordanland übernehmen, weitere Einzelheiten sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Unklar ist noch unter anderem die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden. Dies war ebenso wie das Schicksal der Hamas-Bediensteten im öffentlichen Dienst Knackpunkt der Verhandlungen.

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Fatah und Hamas legen Feindschaft bei

tagesschau 17:00 Uhr, 12.10.2017, Daniel Hechler, ARD Kairo

Zehnjährige Feindschaft

Die Hamas hatte die Fatah von Abbas vor zehn Jahren aus dem Gazastreifen vertrieben - ein Jahr nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl. Seitdem regiert sie dort, während die Fatah die palästinensischen Selbstverwaltungsgebiete im Westjordanland kontrolliert. Für Abbas war die Spaltung ein Hindernis für den Plan, einen palästinensischen Staat auszurufen.

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Fatah und Hamas unterzeichnen Versöhnungsvereinbarung
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
12.10.2017 16:49 Uhr