Prinz Harry und seine Frau Meghan | REUTERS

Harry und Meghan Abschied von "der Firma"

Stand: 31.03.2020 09:21 Uhr

Goodbye royale Steifheit, goodbye britischer Boulevard: Heute steigen Harry und Meghan endgültig aus der "Firma" aus. Wovon sie in Nordamerika künftig leben werden, ist weiter unklar.

Von Thomas Spickhofen,

ARD-Studio London

Ein vorläufig letztes Mal Standing Ovations gab es für Harry und Meghan vor gut drei Wochen, an einem Samstag in der Royal Albert Hall. Zum Mountbatten Musikfestival nahmen die beiden noch einmal in der königlichen Loge Platz. Zwei Tage später waren der Herzog und die Herzogin von Sussex dann noch beim Gottesdienst zum Commonwealth Day in der Westminster Abbey - und das war es dann erst einmal.

Thomas Spickhofen ARD-Studio London

Der Versuch, private und royale Interessen miteinander zu vereinbaren, ist gescheitert. Jetzt verabschieden sich die beiden ganz aus der "Firma", wie sich das Königshaus selbst gelegentlich nennt. Glücklich ist Harry damit nicht. "Wir hatten gehofft", sagt er, "dass wir weiterhin der Queen, dem Commonwealth, meiner Armee dienen können, ohne dafür öffentliche Gelder zu nehmen".

Leider, so Harry, sei das nicht möglich gewesen. Er habe auch nicht immer alles richtig gemacht, aber es habe, so wie die Dinge jetzt liegen, einfach keine andere Möglichkeit mehr gegeben.

Meghan fühlte sich im Königshaus unwohl

Dass Meghan sich schon nach kurzer Zeit im Königshaus nicht zu Hause fühlte, war früh zu hören. Im vergangenen Sommer, nach einem Jahr in der Ehe und wenige Monate nach der Geburt von Sohn Archie, öffnete sie in einem Fernsehinterview ihr Herz:

Ich hatte keine Vorstellung. Das klingt vielleicht naiv, aber wir kennen das nicht, diese Boulevardpresse und diese 'stiff upper lip'. Ich bin nie davon ausgegangen, dass es leicht wird, aber ich dachte, es wird fair.

Berufliche Zukunft ungewiss

Zukünftig werden die Sussexes wohl überwiegend in Kalifornien leben. Britischen Medienberichten zufolge haben sie sich inzwischen in der Nähe von Los Angeles niedergelassen. Dort lebt auch die Mutter von Meghan. Womit Harry und Meghan ihr Geld verdienen werden, ist noch unklar.

Ihre Titel lassen sie ruhen, aus der schon angemeldeten Marke "Sussex Royal" dürfen sie auch keinen Profit schlagen - zu nah am Königshaus, heißt es aus dem Buckingham-Palast. Meghan hat als Sprecherin in einem Tierfilm mitgewirkt, aber das Honorar soll nicht sie erhalten, sondern eine Wohltätigkeitsorganisation.  

Vor ein paar Tagen hat sich Harry dann noch einmal mit einem kurzen Videoclip zu Wort gemeldet, um wegen des Coronavirus die Invictus Games abzusagen, einen Sportwettbewerb für Kriegsversehrte, den er ins Leben gerufen hat.

"Ich weiß, wie enttäuscht ihr sein muss", sagte Harry den Sportlern. "Behaltet den Fokus bis zu den Spielen im nächsten Jahr, sodass ihr noch besser wieder kommt, auf dem absoluten Höhepunkt eurer psychischen und physischen Fitness."`

Wer bezahlt für die Sicherheit der Ex-Royals?

Unklar ist auch, wer für die Sicherheit von Harry, Meghan und Archie aufkommen wird. US-Präsident Trump hat bereits angekündigt: Das müssen sie selbst zahlen. Da werden sie wohl nicht drumherum kommen, sagt auch die Königshaus-Expertin Angela Levin.

"Harry hat in Afghanistan gekämpft. Er ist ein interessantes Ziel für Terroristen, also braucht er auch Schutz", sagt Levin. Sie hält es für wahrscheinlich, dass die Sussexes einen Teil selbst zahlen und einen Teil Prinz Charles übernimmt.

"Was nicht geht ist ein Rundum-Schutz für alle drei, also Harry, Meghan und Baby Archie, wenn sie sich an verschiedenen Orten aufhalten", glaubt Levin. Das dürfte selbst für Prinz Charles zu viel sein.

Im Sommer will die kleine Familie Sussex wieder in Harrys Heimat kommen - wenn die Corona-Krise es zulässt. Die Queen hat sie ins schottische Balmoral eingeladen, wo sie immer ihre Sommerfrische verbringt. Sie sei besonders traurig, dass sie den kleinen Archie nun schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen habe, heißt es.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 31. März 2020 um 05:44 Uhr.