Screenshot Auswärtiges Amt

Keine Schweden-Warnung Die AfD verbreitet Fake-News

Stand: 06.03.2017 18:23 Uhr

Eine aktuelle Reisewarnung für Schweden wegen akuter Terrorgefahr? Das zumindest verbreiten AfD-Kreisverbände fleißig auf Facebook. Nur: Eine Lüge, die das Auswärtige Amt nun richtig stellte: Es handelt sich um einen ein Jahr alten Hinweis dazu, dass Schweden die Terrorwarnstufe gesenkt hat.

"Eine Reisewarnung! Für Schweden! Wegen einer erhöhten Terrorwarnstufe im Land!" Ob sich die AfD diese Nachricht ausgedacht oder "nur" fleißig weiterverbreitet hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Sicher aber ist: Es handelt sich um eine Lüge, um "Fake News". Die das Auswärtige Amt (AA) nun richtig stellt.

"Tut uns leid, falls das weniger interessant klingt"

Die Behörde teilt auf ihrer Facebook-Seite mit, dass es überhaupt keine Reisewarnung für Schweden gibt oder gab, sondern dass es sich um einen "Reisehinweis" handelte, demzufolge in Schweden die Terrorwarnstufe von 4 auf 3 herabgesetzt wurde. Außerdem wurde der Hinweis nicht 2017, sondern bereits vor einem Jahr - im März 2016 ausgesprochen.

Das Fazit des AA: "Richtig müsste die Meldung also lauten: Das Auswärtige Amt hat vor einem Jah darauf hingewiesen, dass die schwedische Regierung die Terrorwarnstufe herabgesetzt hat. Tut uns leid, falls das weniger interessant klingt."

Richtigstellung? Fehlanzeige

Die meisten AfD-Kreisverbände, die die Nachricht verbreitet hatten, ficht die Richtigstellung des AA offenbar nicht an. Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Berlin, Ronald Gläser, räumt zwar ein, es habe eine "etwas zugespitzten Darstellung von uns" gegeben und sagt wörtlich: "Ja, es gibt keine solche Reisewarnung." Auf der Facebook-Seite des Landesverbandes allerdings sucht man das vergeblich. Dort steht die Fake-Nachricht so, wie sie gepostet wurde und wird fließig geteilt und kommentiert.

Der Vorgang erinnert an Äußerungen von US-Präsident Donald Trump: Dieser hatte vor rund zwei Wochen seine - vor Gerichten zunächst gescheiterten - Einreiseverbote für Bürger einiger islamischer Länder damit verteidigt, dass die USA gesichert werden müssten. "Schaut Euch an, was in Deutschland passiert, schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist", hatte er hinzugefügt und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt. In Schweden war da allerdings nichts passiert. Später erklärte Trump, sein Statement beziehe sich "auf eine Geschichte hinsichtlich von Einwanderern und Schweden, die auf Fox News ausgestrahlt wurde".

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